• vom 14.02.2018, 16:54 Uhr

Sport


Olympia 2018

Ein fast perfekter Tag




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  • Erhofftes Rodel-Silber durch Penz/Fischler, überraschendes Kombinierer-Bronze durch Klapfer.

Die Silber-Rodler Peter Penz (l.) und Georg Fischler.

Die Silber-Rodler Peter Penz (l.) und Georg Fischler.© ap Die Silber-Rodler Peter Penz (l.) und Georg Fischler.© ap

Pyeongchang. (may) Das Drama im Eiskanal von Sotschi vor vier Jahren ist vielen wohl noch ein Begriff: Im olympischen Rodel-Doppelsitzer-Bewerb versagten den Drittplatzierten Peter Penz/Georg Fischler im Finallauf die Nerven - nach einem Sturz gab es statt der ersehnten Medaille nur den letzten Platz. Und grenzenlose Niedergeschlagenheit. Doch dieses Olympia-Trauma der beiden Tiroler ist mit dem Valentinstag 2018 nun endgültig bewältigt. Mit der Silbermedaille auf der Olympiabahn von Pyeongchang schafften sie nach der sensationellen Goldmedaille von David Gleirscher im Einzel den nächsten Erfolg für den heimischen Rodelverband. Das Eiskanal-Duo musste sich am Mittwoch nur den deutschen Titelverteidigern Tobias Wendl/Tobias Arlt um den Hauch von 0,088 Sekunden geschlagen geben. Der zweite österreichische Schlitten mit den U23-Weltmeistern Thomas Steu und Lorenz Koller kam bei deren Olympiadebüt auf Rang vier.

"Das war ein perfekter Tag, ein Traum ist für uns in Erfüllung gegangen", jubelte Penz, der mit seinem Partner zwei ungemein konstante Läufe mit nur drei Tausendstel Differenz in die Bahn gezaubert hatte. "Wenn wir im zweiten Lauf voll angegriffen hätten, wäre sogar noch mehr möglich gewesen", meinte der 33-Jährige aus Telfes. "Ich war sehr nervös. Ich habe nur gehofft, dass er nicht an Sotschi denkt. Aber dieses Jahr war Peter so konstant wie noch nie", meinte ÖRV-Sportdirektor Markus Prock, der sich über die vierte olympische Rodel-Medaille im Doppelsitzer-Bewerb in Folge freuen durfte. "Es waren einige harte Jahre, aber dieser Erfolg tut nun richtig, richtig gut", sagte der 32-jährige Fischler voller Freude.

Kombinationsdritter Lukas Klapfer.

Kombinationsdritter Lukas Klapfer.© apa Kombinationsdritter Lukas Klapfer.© apa

Nach dem Rücktritt der Brüder Wolfgang und Andreas Linger (je Gold 2006 und 2010 sowie zum Abschluss Silber 2014) zur Nummer eins im Team avanciert, profitierte das Duo auch von der akribischen Arbeit auf dem Materialsektor unter Leitung von Tobias Schiegl. Trotz des Temperaturanstiegs gegenüber dem Herren-Bewerb passte die Einstellung der Schienen am Mittwoch perfekt.


Für eine große Feier im Rodellager blieb vorerst aber keine Zeit. Denn schon am Donnerstag (13.30 Uhr) steht der Teambewerb auf dem Programm. "Da wollen wir noch einmal voll angreifen", betonte Fischler. Mit einem weiteren Edelmetall hätten die Rodler ihr Medaillenziel übertroffen.

Bronze am "Wahnsinnstag"
Schon zuvor gab es an diesem Valentinstag Grund zum Jubel im rot-weiß-roten Olympiateam: Denn Kombinierer Lukas Klapfer eroberte im Bewerb von Normalschanze den dritten Rang. Der 32-Jährige, der in Sotschi 2014 mit dem Team ebenfalls Bronze erobert hatte, holte seine erste Einzelmedaille bei einem Großereignis - und die erste Kombinierer-Einzelmedaille für Österreich seit Bronze von Bernhard Gruber in Vancouver. Nicht zu schlagen war neuerlich der Deutsche Eric Frenzel, der seinen Olympiatriumph von Sotschi wiederholen konnte. Nach Platz fünf im Springen setzte sich der fünffache Weltcup-Gesamtsieger wie vor vier Jahren vor dem Japaner Akito Watabe (+4,8 Sekunden) durch. Klapfers Bronze, mit 18,1 Sekunden Rückstand erlaufen, war nach zwei Stockerlplätzen im Weltcup zwar keine Sensation, insgesamt kommt die Kombinierer-Medaille nach einer bisher schwachen ÖSV-Saison aber doch unerwartet.

Entsprechend fassungslos war denn auch der Eisenerzer: "Ich pack’ es noch gar nicht. Ich habe im letzten Anstieg noch einmal alles rausgeholt. Dass ich es über die Linie gebracht habe, war unglaublich", meinte Klapfer nach dem harten Zehn-Kilometer-Langlauf. "Es ist echt ein Wahnsinnstag." Dabei hatte Klapfer schon mehrmals mit dem Karriereende geliebäugelt: "Es ist schon ein bisserl eine Genugtuung, wenn man jetzt zeigt, dass sich das Dranbleiben auszahlt und dass sich einige doch ziemlich geirrt haben."




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Dokument erstellt am 2018-02-14 16:59:26



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