• vom 26.02.2018, 16:32 Uhr

Sport


Olympia

Gut mit Abzügen




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  • Langlauf-Sportchef Markus Gandler blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf Olympia zurück.

Langlauf-Ass Teresa Stadlober verpasste historische Medaille.

Langlauf-Ass Teresa Stadlober verpasste historische Medaille.© apa/Fohringer Langlauf-Ass Teresa Stadlober verpasste historische Medaille.© apa/Fohringer

Pyeongchang. Im allerletzten Rennen bei Olympia hätte rot-weiß-rote Sportgeschichte geschrieben werden können. Hätte. Doch weil Teresa Stadlober, hinter Norwegens Langlauf-Königin Marit Björgen an zweiter Stelle des 30-Kilometer-Bewerbs liegend, falsch abgebogen ist, wurde es anstatt der 15. österreichischen Medaille bei diesen Spielen, aber der ersten in einem Damen-Langlauf-Rennen überhaupt, letztlich Platz neun. "Ich habe nicht gewusst, ob ich lachen oder weinen soll", sagte Stadlober nach dem Rennen, während Sportchef Markus Gandler eine zwiespältige Olympia-Bilanz zog. "Teresa war von der Leistung her top, das hat sie gezeigt. Der Rest der Mannschaft war nicht mehr ganz so wie im Weltcup. Das war irgendwie zu erwarten, hier ist ein ganz anderes Ambiente. Dazu ist man auch da, da lernt man", erklärte Gandler im Hinblick auf die Langlaufsparte.

Gerade mit Blick auf die Heim-WM in Seefeld in einem Jahr habe man wichtige Erfahrungen gemacht. Bei den Damen - abseits von Stadlober - sei der Schritt in Richtung Elite noch ein größerer. "Da werden auch nächstes Jahr noch keine Wunder passieren." Und der Blick auf Norwegen ist ein verwegener. "Wir sind keine Norweger. Man redet von fünf bis zehn Jahren, um dorthin zu kommen", weiß Gandler.


Rückschritt bei Damen
Froh war er indessen, dass das ÖOC den Langläufern sieben Quotenplätze genehmigt hat. "Sonst hätten wir drei Betreuer weniger gehabt, und das wäre auch für die Teresa ein Problem gewesen. In Seefeld werden wir besser aufgestellt sein mit der Service-Crew." Auch die Bilanz bei den Biathleten, bei denen Dominik Landertinger immerhin für eine Bronzemedaille gesorgt hatte, hätte im Rückblick besser ausfallen können. "Wir haben Gott sei Dank diese vorgegebene Medaille gemacht, aber wenn man zweimal Vierter und einmal Sechster wird, ist da auch ein weinendes Auge dabei", meinte Gandler. Wäre es ein Weltcup gewesen, hätte man überaus positiv bilanziert. "Die Mannschaft Simon Eder, Dominik Landertinger, Julian Eberhard wird uns auch noch vier Jahre erhalten bleiben. Da gilt es jetzt, einfach das Richtige zu tun und die nächsten Jahre gut zu planen."

Bedauert hat Gandler, dass Europameister Felix Leitner den Sprung (noch) nicht geschafft hat. "Das tut mir persönlich weh, das wäre der Mann, der in einer Staffel stehen müsste." Bei den Damen hingegen sieht er einen Rückschritt. "Egal in welcher Gruppe. Da braucht man nichts beschönigen, das war nichts", stellte Gandler klar, auch wenn Lisa Hauser familiär einen schweren Sommer gehabt habe. "Da muss man sich sicher beinhart zusammensetzen und fragen, was wollen wir eigentlich." Mit Blick auf die Heim-WM 2019 meinte er: "Wir hoffen für die Teresa auf eine Medaille. Vielleicht gelingt eine Revanche, vielleicht sogar zwei Medaillen. Bei den Jungs erwarte ich einen kleinen Schritt, in Richtung Top Ten. Man hat gesehen, in der Staffel steckt auch ein bisserl was, wenn wir die Vier richtig fit hinbringen." Grundsätzlich werde man in Seefeld wohl auch einige jüngere Athleten einsetzen. Wunderdinge seien aber nicht zu erwarten: "Nicht alle sind so talentiert wie Teresa."




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Dokument erstellt am 2018-02-26 16:35:33



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