• vom 12.03.2018, 16:37 Uhr

Sport


Paralympics

Bronze, Silber und Blech




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  • Österreichs Paralympics-Sportler glänzen in Pyeongchang mit Silber- und Bronzemedaillen.

Langläuferin Carina Edlinger erreichte am Montag über die 15 Kilometer nur den unbedankten vierten Rang.

Langläuferin Carina Edlinger erreichte am Montag über die 15 Kilometer nur den unbedankten vierten Rang.

Pyeongchang. (rel) Ein Alpenhaus - drei Nationen. Die Überraschung mag für den Alpin-Abfahrer Markus Salcher, der am Samstag mit Bronze die erste Paralympics-Medaille für Österreich geholt hat, wohl groß gewesen sein. Schließlich kommt es ja nicht oft vor, dass man bei der abendlichen Party auch von Deutschen und Schweizern bejubelt wird. Es sei denn, man lebt unter einem Dach - dem sogenannten Alpenhaus in Pyeongchang eben, das während der Paralympischen Winterspiele von den deutschsprachigen Ländern gemeinsam betrieben wird. Aus praktischen und wohl auch finanziellen Gründen.

Und so kam es, dass bei Salchers Medaillenfeier, die zufällig mit der Eröffnung des Hauses am Wochenende zusammenfiel, eine ganze Reihe prominenter Funktionäre, darunter Paralympics-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und der Chef des heimischen Olympischen Komitees, Karl Stoss, anwesend waren. Das ist nicht immer so, besitzen doch die Spiele für körperlich beeinträchtigte Sportler für viele nicht den Stellenwert wie etwa das Original. Salcher freute das umso mehr. "Das war ein Wettkampftag nach meinem Geschmack", sagte der 26-Jährige. "Erst die Medaille, dann der Empfang. Daran könnte ich mich gewöhnen." Und es sollte nicht bei einem Edelmetall bleiben. Bereits am Sonntag legte der Kärntner stehend eine weitere Speed-Bronzemedaille (Super G) nach - und durfte wieder gemeinsam feiern. Diesmal mit dem Sieger des Rennens, dem Schweizer Theo Gmur.


Von Österreichern und Deutschen gefeiert wurde wiederum Alpin-Skifahrerin und Fahnenträgerin Claudia Lösch, die ebenfalls am Sonntag im Super G in der sitzenden Klasse den zweiten Platz hinter der Deutschen Anna Schaffelhuber belegt hatte. Dabei wäre Gold durchaus in Griffweite gewesen, hätte sich nicht Lösch bei ihrem Out in der Abfahrt am Samstag ihren besten Rennski ruiniert. "Der zweite Ski ist auch schnell, aber nicht so gut abgestimmt", erklärte die 29-jährige Niederösterreicherin und trauerte 95 Hundertstel, die ihr auf Schaffelhuber fehlten, doch ein wenig nach. "Angesichts der Umstände ist Silber cool, aber ich hätte einfach mehr drauf." Sie muss es ja wissen, immerhin ist es die insgesamt achte Paralympics-Medaille von Lösch.

Carina Edlinger kollabiert, Chaos bei Snowboardcrosser
Der dritte Wettkampftag am Montag hat für Österreichs Team hingegen erstmals keine Medaille gebracht. Langläuferin Carina Edlinger aus Salzburg landete in ihrem Premierenbewerb über 15 Kilometer mit ihrem Bruder Julian als Guide auf Platz vier. Am Ende fehlten ihr 1:09 Minuten auf die umstrittene Bronzemedaillengewinnerin Michalina Lisowa. Die Russin hatte erst am Mittwoch die Starterlaubnis für Pyeongchang erhalten und in ihrem ersten Bewerb am Sonntag über sechs Kilometer der sehbehinderten Biathletinnen gewonnen. Die Teilnahme von Lisowa unter neutraler Flagge wurde bereits mehrfach kritisiert, weil ihr Name im McLaren-Report zum Dopingsystem in Russland auftaucht. Nun hat die 25-Jährige bereits zwei Medaillen in Südkorea geholt. Der Sieg im Langlauf-Bewerb über 15 Kilometer ging an die Weißrussin Swiatlana Sachanenka, die sich 7,8 Sekunden vor der Ukrainerin Oxana Schyschkowa durchsetzte. Edlinger war nach der Zieldurchfahrt so ausgepowert, dass sie sogar behandelt werden musste, allerdings gaben die Betreuer für den Sprint am Mittwoch grünes Licht.

Ebenfalls ohne Medaille blieben Österreichs Snowboardcrosser. Reinhold Schett kam im kleinen Finale zu Sturz, Patrick Mayrhofer landete auf Rang fünf. "Das war das verrückteste Rennen meiner Karriere", betonte Schett nach einem Bewerb, in dem es beinahe gar keinen Sieger gegeben hätte. Grund war ein defektes Startgate, das für eine mehr als 90-minütige Verspätung gesorgt hatte. Dabei erwies sich Schett als Helfer in der Not, indem er der Rennleitung mit einem Stretchingband aufhalf, das dann als Starthilfe verwendet wurde. "Ich habe mich etwas zurückgezogen, weil es mir am Start zu hektisch war. Plötzlich steht jemand von der Rennleitung da und meint: Ihr könnt dieses Rennen retten", berichtete er.




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Dokument erstellt am 2018-03-12 16:41:44



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