• vom 16.03.2018, 16:24 Uhr

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Paralympics

Patrick Mayrhofer versilbert die Bilanz




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  • Snowboard-Star holt bei den Paralympics die fünfte Medaille für Österreich. Auf Gold muss die Nation noch warten.

Am Ende fehlten dem Oberösterreicher nur 0,59 Sekunden auf den Sieg.

Am Ende fehlten dem Oberösterreicher nur 0,59 Sekunden auf den Sieg.

Pyeongchang. (rel) Die Paralympischen Winterspiele in Südkorea haben Österreich am Freitag eine zusätzliche Ski-Medaille beschert. Der Snowboarder und Paralympics-Debütant Patrick Mayrhofer fuhr im Banked Slalom sensationell zu Silber, wobei dem Oberösterreicher auf den erstplatzierten US-Amerikaner Mike Minor lediglich 0,59 Sekunden fehlten. Bronze ging an den Australier Simon Patmore. Für das heimische Paralympics-Team ist es die fünfte Medaille. Mayrhofer, der im Snowboard Cross am Montag leer ausgegangen war, gewann damit das erste Snowboard-Edelmetall für Österreich überhaupt. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Danke an alle, die mich hierher gebracht haben", erklärte der 30-Jährige.

Dabei hatte es für den Linzer, der im ersten von insgesamt drei Läufen mit der Linienwahl zu kämpfen hatte und nur auf Rang sieben lag, gar nicht gut ausgesehen. "Ich war viel zu hoch in den Kurven und weit weg von den Toren." Hinzu kamen Schmerzen im Knie, das im Vorjahr nach einem Bruch des Schienbeinkopfes operiert werden musste. Im zweiten und dritten Lauf verbesserte sich der Weltmeister von 2015 allerdings und verpasste letztlich nur knapp die erste Goldmedaille für das ÖPC-Team bei den diesjährigen Winterspielen. Von Ärger ist bei Mayrhofer keine Spur. "Ich bin extrem glücklich über Silber. Vor gar nicht allzu langer Zeit war überhaupt nicht daran zu denken, dass ich bei den Paralympics um die Medaillen mitfahren kann."


Nach einem nur vierten Platz im Snowbard Cross abermals eine gute Leistung zeigte Teamkollege Reinhold Schett - und beendete das Rennen als Fünfter. "Ich habe zwar gesagt, dass ich wegen einer Medaille nach Pyeongchang komme, aber mit den Plätzen vier und fünf darf man nicht unzufrieden sein", meinte Schett.

Unzufrieden sein darf dagegen, wenn schon, Österreichs Paralympisches Komitee (OPC), lag doch das rot-weiß-rote Team am Freitag nach 64 von 80 Entscheidungen mit zweimal Silber und dreimal Bronze im Medaillenspiegel nur auf Platz 18. Wobei vor allem das Fehlen einer Goldmedaille auffällt - das gab es in der bald 70-jährigen Geschichte des ÖPC noch nie. Bei den vergangenen Paralympics in Sotschi, Vancouver und Turin hatte man stets mindestens zwei Goldene geholt, in Salt Lake City (2002) waren es sogar noch neun. Als die besten Spiele aller Zeiten aus heimischer Sicht gingen aber jene von Innsbruck 1984 in die Annalen ein, als man mit 70 Medaillen fast norwegisches Niveau erreichte, davon allein 34 in Gold. Insgesamt hat Österreich - Stand Freitag - seit den ersten Paralympischen Winterspielen 1976 in Schweden 325 Mal Edelmetall geholt, davon 104 in Gold, 113 in Silber und 108 in Bronze. Die Nation liegt damit im ewigen Medaillenspiegel hinter Norwegen und den USA an dritter Stelle. Dass auch Norwegen in Pyeongchang ausgelassen hat (mit Rang 13 und sechs Medaillen), ist da nur ein schwacher Trost.

Was aber nicht bedeutet, dass die erste Goldene für Österreich von den Athleten noch vor der Abschlussfeier am Sonntag nachgereicht werden könnte. So könnte Carina Edlinger im Langlauf über 7,5 Kilometer klassisch für eine Sensation sorgen, ebenso die Alpinen rund um Medaillengewinnerin Claudia Lösch: Sie treten im Riesentorlauf an. Für einen Medaillenrekord wird es allerdings nicht mehr reichen.

Ein Viertel der Tickets verfallen
Einen Rekord hatten auch die Organisatoren in Pyeongchang zu vermelden - wenn auch einen etwas getrübten. So sind zwar bis Mittwoch 184.347 Eintrittskarten abgesetzt worden, allerdings waren viele Karten-Inhaber nicht erschienen. Nach den Zahlen des Organisationskomitees waren es 51.067 Berechtigte oder 27,7 Prozent, die ihre Eintrittskarten nicht genutzt hätten. Mögliche Gründe für das Fernbleiben der Kartenkäufer nannten die Organisatoren nicht. Im Gegensatz zu den Olympischen Spielen im Februar war es an den vergangenen Tagen in Pyeongchang eher frühlingshaft warm.




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Dokument erstellt am 2018-03-16 16:29:48



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