• vom 19.03.2018, 17:32 Uhr

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Paralympics

Glanz ohne Gloria




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  • Österreichs Paralympics-Athleten kehren mit sieben Medaillen nach Österreich zurück.

Heike Eder sorgte für die letzte - und am wenigsten erwartete - Medaille.

Heike Eder sorgte für die letzte - und am wenigsten erwartete - Medaille.© Simon Bruty/afp Heike Eder sorgte für die letzte - und am wenigsten erwartete - Medaille.© Simon Bruty/afp

Pyeongchang. (art) Am Ende gab es noch einmal großen Jubel: Die Vorarlberger Skifahrerin Heike Eder sorgte am Schlusstag für Bronze im Slalom in der sitzenden Klasse und damit für die wohl am wenigsten erwartete Medaille für Österreichs Paralympics-Team bei den Winterspielen in Pyeongchang. Sieben waren es insgesamt an der Zahl, davon gab es zwei zweite sowie fünf dritte Plätze. Es ist eine Bilanz, die aller Ehren wert ist und die dennoch mit ein bisschen Glück hätte besser ausfallen können. Maria Rauch-Kallat, Präsidentin des Österreichischen Paralympischen Komitees, erinnerte in ihrem insgesamt positiven Resümee daran, dass es vier vierte Plätze gegeben hat, "die unbeliebt", aber Ausdruck "respektabler Leistungen" seien.

Die Spiele in Pyeongchang, bei denen Österreich unter der Bilanz von Sotschi 2014 blieb, wo die rot-weiß-rote Equipe elf Mal Edelmetall, davon zwei Mal Gold, gewonnen hatte, hätten aber auch die Dichte und den Fortschritt im Behindertensport gezeigt. Obwohl aus Russland wegen des Staatsdoping-Skandals nicht alle zugelassen waren, hat eine Rekordanzahl von mehr als 570 Sportlern aus 49 Nationen teilgenommen. In Österreich sieht man den paralympischen Sport mittlerweile gut aufgestellt, Rauch-Kallat hob das Projekt Rio beziehungsweise die Öffnung des Bundesheeres für Sportler und Sportlerinnen mit körperlicher Beeinträchtigung als Schritte in die richtige Richtung hervor. Allerdings gebe es freilich Verbesserungspotenzial - etwa im Talentescouting sowohl im Winter- als auch im Sommersport. Als Vorbild dienen diesbezüglich etwa die Niederlande, die intensiv ins Scouting-System investieren und mit deren Vertretern es in Südkorea einen Austausch darüber gegeben hat. Die Niederlande holten zwar ebenso wie Österreich sieben Medaillen - davon glänzten aber gleich je drei in Gold und Silber.


Empfang in Wien
Für Eder, Österreichs letzte Medaillengewinnerin der Spiele in Pyeongchang, war freilich auch Bronze ein Hauptgewinn. Die 29-Jährige betreibt schon lange Sport, war schon vor ihrem Skiunfall Schülerin im Skigymnasium Stams. Im Alter von 18 Jahren zog sie sich bei einem Trainingssturz eine Wirbelsäulenverletzung zu, seither hat sie eine inkomplette Querschnittlähmung. Schon bald darauf aber erlernte sie das Monoskifahren - Stockerlplätze im Weltcup sind bisher aber ausgeblieben.

Im zweiten Slalomdurchgang brauste sie auf Platz drei vor, indem sie die mehrfache deutsche Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber überholte und auch von einem Sturz der nach dem ersten Lauf drittplatzierten Claudia Lösch profitierte. "Für sie tut es mir leid", sagte Eder über ihre Landsfrau Lösch, die davor in Pyeongchang zwei Medaillen - wenn auch nicht das erhoffte Gold - geholt hatte. Für Lösch, Eder, die weiteren Medaillengewinner Markus Salcher, Carina Edlinger und Patrick Mayrhofer, Fahnenträger bei der Schlussfeier, sowie ihre Teamkolleginnen und -kollegen steht nun am Dienstag der nächste Höhepunkt bevor: Unmittelbar nach der für 16.50 Uhr geplanten Landung in Wien-Schwechat wird es noch auf dem Flughafen einen feierlichen Empfang geben. ORF Sport+ überträgt ab 17 Uhr, angesagt haben sich unter anderem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sowie Vizekanzler und Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ). Einmal darf noch gefeiert werden im heimischen Team.




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Dokument erstellt am 2018-03-19 17:35:54



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