• vom 17.11.2018, 14:00 Uhr

Ski

Update: 19.11.2018, 09:43 Uhr

Skisport

Eine Legende wird 80




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  • Karl Schranz feiert am Sonntag sein Jubiläum - bei guter Gesundheit.

Karl Schranz - anno 1963 in Innsbruck.

Karl Schranz - anno 1963 in Innsbruck.© PHOTOPRESS-ARCHIV/STR Karl Schranz - anno 1963 in Innsbruck.© PHOTOPRESS-ARCHIV/STR

St. Anton. Mit zunehmendem Alter verschieben sich die Wertigkeiten. Karl Schranz war Ski-Weltmeister und Weltcupsieger - und hat in seiner 17 Jahre dauernden Karriere rund 150 Siege gefeiert. Doch vor seinem 80. Geburtstag am Sonntag nannte er nicht Erfolge oder den triumphalen Empfang nach der Olympia-Disqualifikation 1972 als Höhepunkt seines Sportlerlebens. Sondern dies: "Das Wichtigste war, dass ich mir nie wehgetan habe."

Der größte Wunsch der Skilegende geht denn auch in Richtung Gesundheit. Für seine Familie und sich selbst. Künstliche Gelenke an Knie oder Hüfte sind bei älteren Menschen fast schon normal, der frühere Profisportler Schranz kam hingegen ohne Eingriff davon. "Ich bin gut beisammen, ich muss gute Gene haben", sagt er. "Ich habe aber auch keine argen Stürze gehabt." Obwohl die Sicherheitseinrichtungen vom heutigen Standard weit entfernt waren. "Die Pisten waren nur bei den Rennen gut präpariert, und Sicherheitsnetze hat es überhaupt nicht gegeben", erzählt Schranz. "Nur in Wengen am Hundsschopf war eines, aber das hat ein Loch von einem Meter gehabt, da wäre man durchgepfiffen." Auf dem Lauberhorn hat er ebenso wie in Kitzbühel vier Abfahrtssiege gefeiert, der Bogen seiner Erfolge spannt sich von 1957 bis 1972. Die meisten gelangen dem "einsamen Wolf vom Arlberg" aber vor der Einführung des Weltcups 1967, daher scheint er in dessen Statistiken gar nicht vorne auf.


Der Makel Olympia
Als Jugendlicher musste der am 18. November 1938 geborene Schranz viele Entbehrungen und Schicksalsschläge hinnehmen. Als er acht Jahre alt war, brannte das Elternhaus ab, sein Vater starb früh - das hat den Arlberger geprägt. Schranz kam in jungen Jahren ins Nationalteam und erkämpfte sich seine Position als Nachfolger des dreifachen Olympiasiegers Toni Sailer mit unbändigem Siegeswillen. Er war hart zu sich selbst, trainierte mehr als die anderen, scheute keine Konfrontation und ging oft mit dem Kopf durch die Wand. Zwei Mal holte er großes Kristall (1969/70), zudem war er dreimal Weltmeister (1962 zweimal und 1970).

Untrennbar mit dem Namen Schranz ist aber auch die vergebliche Jagd nach Olympia-Gold verbunden. Zweimal hatte man ihm die Chance darauf genommen, doch nunmehr hat er seinen Frieden mit den fünf Ringen geschlossen. Bei den Spielen in Grenoble 1968 wurde er unter dubiosen Umständen disqualifiziert; in Sapporo 1972 wiederum wurde er wegen des Amateur-Paragraphen von den Spielen ausgeschlossen. In Österreich kochte wegen des Unrechts die Volksseele über - bei der Rückkehr bereiteten ihm mehr als 100.000 Menschen einen triumphalen Empfang in Wien, wo er vom Balkon des Kanzleramtes winkte. "Der Ausschluss tut heute nicht mehr weh, aber es war eine Ungerechtigkeit", sagt Schranz im Rückblick.

Den runden Geburtstag feiert der Arlberger, der nach der Karriere in seinem Heimatort St. Anton als Hotelier und Skischulleiter tätig war, auf einem von der Gemeinde ausgerichteten Fest.




Schlagwörter

Skisport, Karl Schranz

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-16 16:58:21
Letzte Änderung am 2018-11-19 09:43:22



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