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Gröden. Am Ende hat doch wieder der "Mister Gröden" triumphiert. Der an Knie und Daumen lädierte Aksel Lund Svindal fuhr am Freitag im Super G von Gröden seinen insgesamt siebenten Sieg auf der Saslong heraus. Für die ÖSV-Equipe setzte es hingegen eine so nicht erwartete Niederlage. Als Bester musste sich Matthias Mayer (+0,83) mit dem siebenten Platz begnügen.

Der 35-jährige Svindal holte seinen 36. Weltcupsieg mit einem fulminanten Finish 0,05 Sekunden vor dem Südtiroler Christoph Innerhofer und 0,27 vor seinem norwegischen Landsmann Kjetil Jansrud. Er zog damit in der ewigen Bestenliste mit Benjamin Raich gleich.

In Gröden ist Svindal mit seinen nunmehr sieben Erfolgen der unangefochtene Rekordhalter. Den Super G gewann er schon zum fünften Mal. "Vor der Saison war ich mir nicht sicher, ob ich weiterfahre", verriet der mit einer Daumenverletzung gehandicapte Svindal. "Aber solange es so geht, kann man gut weiterfahren."

Die drei Speed-Stationen im Weltcup - Lake Louise, Beaver Creek, Gröden - kämen ihm sehr entgegen, sagte der Abfahrts-Olympiasieger von 2018. Am Samstag könnte er mit einem Sieg in der Abfahrt (11.45 Uhr/ORFeins) als erster Läufer ein zweites Gröden-Double fixieren. 2015 hatte Svindal bereits beide Speed-Rennen gewonnen.

Die mit großen Hoffnungen ins Rennen gegangenen Österreicher fanden sich diesmal auf der Saslong und mit der Kurssetzung des Franzosen Xavier Fournier Bidoz nicht zurecht. Hannes Reichelt (+0,92) belegte Rang neun, Topfavorit Max Franz (+1,12) wurde nur Zwölfter, Christoph Krenn und Vincent Kriechmayr (beide +1,14) teilten sich den 13. Platz. Christian Walder (+1,62) schaffte es als 30. gerade noch in die Punkteränge.

"Grundsätzlich habe ich attackiert vom ersten Tor bis ganz unten", lautete die erste Nachbetrachtung von Matthias Mayer. "Was sicher nicht gepasst hat, war die Ausfahrt Ciaslat, wo ich so weit in die Kompression gesprungen bin. Da habe ich bis ins Ziel einfach noch einmal ziemlich etwas aufgerissen, da wäre auf den Aksel sicher etwas möglich gewesen." Das Stockerl wäre aber außer Reichweite gewesen, urteilte der doppelte Olympiasieger.

"Es wäre mir nicht vorgekommen, dass es ganz schlecht war. Der Mittelteil hat mir eigentlich ganz gut gefallen, da ist ganz gut was weitergegangen", meinte indes Franz. "Vielleicht habe ich die eine oder andere Passage anders eingeschätzt. Schade, dass ich es nicht herunter gebracht habe."

Für den Abfahrtsklassiker haben die ÖSV-Asse nun zur Revanche geblasen: "Morgen ist ein ganz anderes Rennen. Ich muss normal fahren, so wie in den letzten Tagen", meinte Franz trotzig. "Gut Video-Analyse machen und dann volles Risiko", ergänzte Markenkollege Kriechmayr.

Außer den Norwegern zählen aber auch der Schweizer Beat Feuz sowie die US-Amerikaner Travis Ganong (Trainingsbestzeit am Mittwoch) und Steven Nyman zu den schärfsten Konkurrenten. Der Mann aus Utah hat den Klassiker bereits 2006, 2012 sowie 2014 gewonnen.