Madonna di Campiglio. "Mehr wird die Kraft nicht", musste auch Ski-Superstar Marcel Hirscher nach dem vierten Rennen innerhalb von fünf Tagen eingestehen. Der im Saalbach-Slalom eingefahrene 63. Weltcupsieg der Karriere gab freilich noch einmal einen Extraschub für den Flutlichtklassiker am Samstag in Madonna di Campiglio (15.45/18.45 Uhr), von wo es anschließend per Helikopter in die wohlverdiente Weihnachtspause geht.

In Madonna hat Hirscher im Vorjahr zum zweiten Mal nach 2012 gewonnen - trotz eines Stehers im oberen Teil. Und vor drei Jahren wäre er beinahe Opfer einer abstürzenden Drohne geworden, es war sein ganz persönliches Weihnachtswunder. Den nächsten Auftritt hat der Superstar erst wieder im neuen Jahr, wenn am 1. Jänner in Oslo das City-Event steigt (während die Speed-Herren bereits am Stefanitag mit dem Training in Bormio einsteigen).

Auch andere Österreicher denken gerne an den Ort im Trentino. So Marco Schwarz, der 2015 dort als Dritter erstmals in seiner Karriere auf das Stockerl gekommen war. "Ich freue mich, ich habe den Hang gut in Erinnerung, aber das ist natürlich auch schon wieder drei Jahre her. Es ist wieder ein neues Rennen, ich werde wieder Gas geben", sagte der 23-jährige Kärntner. Fehlen würden derzeit nur Kleinigkeiten. "Im Training funktioniert es sehr gut, jetzt muss ich es noch im Rennen herbringen. Ich bin überzeugt, dass ich das schon in Madonna mache." Neunter war Schwarz in Saalbach, Neunter ist er nach zwei Rennen auch in der Disziplinenwertung. Vor ihm liegen außer Hirscher auch Michael Matt als Sechster und Manuel Feller als Siebenter.

Feller fuhr am Donnerstag als Vierter um 0,19 Sekunden am Stockerl vorbei. Vor den "hoffentlich drei guten Slalom-Trainingstagen um Weihnachten" freut er sich auf Madonna. "Die Piste soll sehr, sehr gut sein. Es war mit nur Kunstschnee und ohne Naturschnee auch leichter zum Herrichten." In Saalbach habe man auch alles mit "Händen und Füßen" probiert, um ein faires Rennen zu veranstalten. "Aber Wetterverhältnisse kann man nicht beeinflussen."

In Madonna sei er immer wieder sehr, sehr gute Durchgänge gefahren, beide hätten aber "noch nie hingehaut": "Letztes Jahr habe ich ein sehr gutes Finish gehabt. Ich nehme den zweiten Lauf in Saalbach als Beflügelung mit und versuche, in Madonna befreit an den Start zu gehen", erklärt der 26-jährige Fieberbrunner, der 2017 in Madonna im zweiten Lauf von Rang neun auf fünf fuhr.

"Die Hölle ist los"

Auf ein Topergebnis beim Klassiker wartet indes noch Matt: Der 25-jährige Flirscher hat bei drei Einsätzen als Bestes nur einen elften Platz (2016) stehen. Zuletzt machte dem Olympia-Bronzenen nach einem Sturz ein blockiertes Iliosakralgelenk im Rücken zu schaffen, Rang fünf in Saalbach kam darob unerwartet. "Unterm Fahren funktioniert es ganz gut. Jetzt weiß ich, dass es passt. Madonna ist ein richtig geiles Rennen - und heuer auch noch am Samstag. Da ist sicher die Hölle los. Auf das freue ich mich."

Programm Herren-Weltcup:

Slalom in Madonna
Samstag, 15.45/18.45 Uhr

Abfahrt in Bormio
Freitag, 28. Dezember, 11.30 Uhr
Super G in Bormio
Samstag, 29. Dezember, 11.45 Uhr