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Wien/Semmering. (rel) Eigentlich hätte dem Semmering nichts Besseres passieren können - aus PR-Sicht versteht sich. Weil das traditionell seit 1996 vom niederösterreichischen Künstler Christian L. Attersee entworfene Ankündigungsplakat für den Weltcup der Damen am 28. und 29. Dezember am Semmering unter anderem eine nackte Skiläuferin zeigt, hagelte es - offenbar verstärkt durch die Lehren aus der MeToo-Debatte - Kritik. Nicht nur wurde das Poster, das zuvor sogar noch von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner lächelnd präsentiert worden war, umgehend aus dem Verkehr gezogen und die geplante Versteigerung zugunsten von "Licht ins Dunkel" abgesagt, auch entschuldigten sich vom ÖSV abwärts alle Beteiligten.

Für den Skiort Semmering bedeutete die öffentliche Diskussion immerhin indirekte Werbung und freilich den Vorteil, dass alle Welt nur noch über ein Bild redete, von den Problemen, von denen der Weltcup aber in der Vergangenheit geplagt war, viel weniger Notiz nahm. Und derer gab es in den vergangenen Monaten einige, sodass nicht einmal klar war, ob der Semmering auch die Rennen würde stemmen können. So stand die Gondelbahn aufgrund technischer Gebrechen gleich für mehrere Tage still, auch sorgte (und sorgt) die bereits mehrmals aufgeschobene Eröffnung des Hotels "Panhans" für Unsicherheit.

Zu Unrecht, wie die Organisatoren meinen. Für den reibungslosen Ablauf des Liftverkehrs ist etwa Hans Günther Wegner verantwortlich. "Wir haben für den Winter extrem aufgerüstet", betonte der Betriebsleiter und erläuterte, dass als Vorbereitung für die Wintersaison die Elektroleitungen erneuert, neue Schneekanonen angeschafft und auch Leitungen für die Beschneiung verlegt wurden. Dass die Vorbereitungen für die Damen-Rennen sehr gut funktioniert hätten, bestätigt auch der Chef des Weltcup-Organisationskomitees, Franz Steiner. Demnach sei nicht nur die Grundpräparierung der Piste mit einer Höhe von 40 bis 50 Zentimeter erfolgreich gelaufen, sondern auch die Bearbeitung mit Sprühbalken. Zudem sind die Aufbauten so gut wie abgeschlossen, die Fanklub-Tribüne und die Fernsehtürme wurden sogar schon vor Wochen errichtet. Insgesamt stehen beim Weltcup, zu dem bis zu 20.000 Besucher erwartet werden, rund 300 Helfer von Bergrettung, Feuerwehr, Polizei und Rettung im Einsatz.

Kein Nachtrennen mehr

Was die Rennen betrifft, so wartet der Semmering aber doch mit einer Veränderung auf. So wird es heuer kein Nachtrennen geben, sowohl Slalom als auch Riesentorlauf werden bei Tageslicht gefahren. Als Grund werden Kollisionen mit zeitgleichen Sportveranstaltungen beziehungsweise mit der Fernsehübertragung genannt. Darüber hinaus kommt es im Damen-Weltcupkalender, laut dem sich der Semmering bisher mit Lienz abgewechselt hat, zu einer Veränderung. Nach ÖSV-Plänen soll es ab 2020 ein Dreier-Rad mit Bad Kleinkirchheim in Kärnten geben. Franz Steiner will sich mit diesem Thema noch nicht beschäftigen und sich zuerst auf die kommenden Bewerbe fokussieren, danach soll es Gespräche geben. Auch wenn die Rennen nur mehr alle drei Jahre am Semmering stattfinden würden, sei man dann "immer noch ein Weltcup-Ort", so der Cheforganisator.

Immerhin wettermäßig steht dem Ski-Weltcup am Freitag und Samstag nichts mehr im Wege. Wie eine bereits in der Vorwoche abgehaltene Schneekontrolle ergeben hat, sollten der Riesentorlauf und Slalom unter sehr guten Bedingungen über die Bühne gehen. Die Startzeiten sind jeweils 10.30 und 13.30 Uhr. Die Anreise ist mit Bus/Pkw (kostenlose Parkflächen und Shuttle-Service an der S6) oder auch mit dem Zug (ÖBB-Kombitickets) möglich.