Zagreb. Marcel Hirscher hat mit seinem fünften Sieg beim Slalom-Klassiker in Zagreb alles Krisen-Gerede gleich wieder vergessen lassen. Nach den Einfädlern in Madonna und Oslo feierte der Salzburger am Sonntag vor dem Franzosen Alexis Pinturault sowie Manuel Feller seinen 30. Slalomsieg, profitierte dabei aber auch vom Einfädler des führenden Landsmannes Marco Schwarz. Für Hirscher war es der 64. Weltcupsieg insgesamt.

"Ich bin froh, dass der Tag so rumgebogen worden ist", gestand Hirscher nach seinem Triumph im ORF-Fernsehen. Nach dem ersten Durchgang war der Salzburger noch 0,37 Sekunden hinter Schwarz und knapp vor Feller auf Platz zwei gelegen. Doch mit Bestzeit sicherte sich Hirscher dann doch noch seinen Jubiläumssieg. Fünf Slaloms an einem Ort hat der als "Snow King" weiterregierende Österreicher sonst nirgends gewonnen.

Obwohl mit Michael Matt einer der besten Österreicher schon im ersten Durchgang gescheitert war, sorgten Schwarz vor Hirscher und Feller in einem extrem schnell gesetzten Kurs zur Halbzeit für eine ÖSV-Dreifachführung. Dass daraus am Ende ein Solosieg für Weltmeister Hirscher wurde, hatte viel mit Schwarz zu tun. Wenige Tage nach seinem Premierentriumph in Oslo griff der Kärntner nach erstmaliger Halbzeitführung auch nach dem ersten Sieg in einem Spezialslalom. Doch in der Entscheidung des vom Italiener Daniele Simoncelli deutlich drehender gesetzten Finallaufs patzte der Kärntner relativ früh.

Hirscher hatte seinem Landsmann zur Pause noch Rosen gestreut. "Er ist momentan der Bessere, wird schwer zu biegen sein", hatte er da noch befürchtet. Obwohl sich der siebenfache Weltcup-Gesamtsieger in der Pause beim Einfahren die Lippe blutig geschlagen hatte und erneut nicht ganz so souverän wie vor Weihnachten gewirkt hatte, legte er eine Laufbestzeit hin.

Mit Zagreb begann der intensive Slalom-Jänner, weiter geht es für die Technik-Herren in Adelboden. Im Weltcup hat Hirscher derzeit 335 Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen, der sich in Zagreb mit Platz fünf begnügen musste. "Bei mir fehlt aber nach wie vor die Selbstverständlichkeit. Die Luft wird immer dünner", warnte Hirscher. "Ich bin deshalb megafroh. Das war heute ein echt harter Arbeitstag."