Petra Vlhova, Dritte nach dem ersten Durchgang, setzte sich überraschend durch. - © reuters/Foeger
Petra Vlhova, Dritte nach dem ersten Durchgang, setzte sich überraschend durch. - © reuters/Foeger

Flachau/St. Anton. Die Siegesserie von Mikaela Shiffrin im Ski-Slalom-Weltcup ist am Dienstag gerissen. Die US-Amerikanerin musste sich nach ihrer Halbzeitführung beim Nachtbewerb in Flachau der Slowakin Petra Vlhova um 0,15 Sekunden geschlagen geben. Katharina Liensberger schaffte als Dritte (+1,17) den Sprung auf das Podest, sie profitierte von der Disqualifikation der drittplatzierten Schwedin Anna Swenn Larsson.

Larsson war bereits bei der Siegerehrung, wurde aber nach einer Videoentscheidung wegen eines Einfädlers nachträglich aus der Wertung genommen. Deshalb durfte sich die gesundheitlich angeschlagene Liensberger vor dem Heimpublikum richtig feiern lassen. Im sechsten Slalom der laufenden Saison gab es erstmals eine andere Siegerin als Shiffrin, die ihren saisonübergreifend achten Triumph in Folge verpasste.

Mit Katharina Truppe schaffte eine weitere Österreicherin als Achte den Sprung unter die Top Ten. Die nach dem ersten Lauf siebentplatzierte Bernadette Schild schied in der Entscheidung aus.

Bangen in St. Anton

Während in Flachau der Bewerb veranstaltet werden konnte, bangen die Veranstalter in St. Anton. Das für Donnerstag geplant gewesene erste Training für die Damen-Weltcup-Abfahrt am kommenden Samstag am Arlberg ist vorzeitig bereits am Dienstag abgesagt worden. Grund sind die aktuellen Schneefälle, die eine rechtzeitige Fertigstellung der Karl-Schranz-Rennpiste am Kapall erschweren. Im WM-Ort von 2001 hat es am Berg bereits fast vier Meter Schnee, zudem sind weitere Neuschneemengen vorhergesagt.

"Es wäre eine Sisyphus-Arbeit", erklärte Peter Mall, warum man angesichts der aktuellen Wettersituation mit Wind und viel Neuschnee erst in der Nacht auf Donnerstag mit dem Aufstellen der Sicherheitszäune beginnen möchte. "Wir reden da von zwölf Kilometern, die alle zugeweht werden würden", so Mall. "Wir lassen es jetzt daher einmal schneien und werden versuchen, am Mittwoch den ganzen Tag mit den Maschinen den Schnee aus der Strecke zu räumen", sagte der Generalsekretär der Arlberg-Kandahar-Rennen am Dienstag.

Wenn das Wetter mitspielt, soll am Freitag ein Trainingslauf möglich sein. Am Samstag (11.45 Uhr) ist eine Abfahrt, am Sonntag (11.30 Uhr) ein Super G geplant. Nachdem 2016 wegen zu wenig Schnee abgesagt werden musste, bedroht nun zu viel vom Weiß die ersten Weltcup-Rennen seit 2013 in der "Wiege des alpinen Skilaufs". Sie stehen heuer unter dem Motto "skiing is coming home".

Dafür braucht es aber auch die Unterstützung von oben, denn die derzeitigen Wetterprognosen für den Arlberg sind zweigeteilt. Die Abfahrt am Samstag dürfte laut derzeitigen Prognosen der ZAMG eher ohne Probleme über die Bühne gehen können. Für den Super G am Sonntag könnte es allerdings kritisch werden, weil neuerlich starke Schneefälle und zusätzlich Wind vorhergesagt sind.

Zwei Comebackpläne

Während Shiffrin nach dem Slalom in Flachau eine Rennpause einlegen will, brennen zwei Athletinnen auf ein Comeback am Arlberg: Lindsey Vonn und Cornelia Hütter. Vonn bestätigte bereits am Montagabend ihr Kommen. "Ich bin noch nicht fertig", schrieb Vonn bei Instagram. "Es waren harte sechs Wochen, aber ich bin zurück auf Skiern und begeistert, an den Start zurückzukehren. Ich sehe euch in St. Anton dieses Wochenende." Die 34-Jährige trainierte zuletzt im Südtiroler Sarntal, nachdem sie sich zu Saisonstart am Knie verletzt hatte. Am Arlberg will sie nun wieder ihren Kampf um die noch fehlenden vier Siege zum Stenmark-Rekord (86 Weltcuperfolge) aufnehmen.

Auch bei Hütter ist die in Lake Louise erlittene Knorpelfraktur an der rechten Oberschenkelrolle so ausgeheilt, dass sie wieder in den Ski-Zirkus zurückkehren kann. In St. Moritz war die 26-jährige Steirerin Anfang Dezember noch gefahren, dann zwang sie eine MRI-Untersuchung zur Pause. "Ich freue mich doppelt, jetzt wieder ins Renngeschehen einsteigen zu können", sagte Hütter. "Die Trainings haben sehr gut geklappt, ans Renntempo werde ich mich jetzt herantasten. Ich freue mich vor allem auf die Heimrennen in St. Anton."