Kombinierer Mario Seidl bei seinem bisher größten Triumph beim Nordic Triple in Chaux-Neuve. - © APA/...SV/CLEMENS DERGANC
Kombinierer Mario Seidl bei seinem bisher größten Triumph beim Nordic Triple in Chaux-Neuve. - © APA/...SV/CLEMENS DERGANC

Wien. (may) Eigentlich könnte morgen schon WM sein - so stark wie sich Österreichs Ski-Wintersportler derzeit präsentieren, kommen die alpinen wie nordischen Titelkämpfe keinen Tag zu früh. Das vergangene Wochenende brachte für den ÖSV eine Fülle von Siegen sowie mannschaftlichen Erfolgen, die für die Alpin-WM in Aare (5. bis 17. Februar) sowie die Heim-WM der Nordischen in Seefeld (20. Februar bis 3. März) Positives erhoffen lassen.

Ski alpin. Noch denkt bei den Athleten kaum jemand an den hohen Norden, denn die Hahnenkamm-Woche ist der Höhepunkt der Weltcupsaison. Und ein Sieg in der Abfahrt auf der Streif - erstes Training für das Spektakel am Samstag ist für Dienstag angesetzt - ist für viele sowieso höher bewertet als ein WM-Titel.

Mit dem Sieg von Vincent Kriechmayr am Lauberhorn unterstrichen die ÖSV-Abfahrer jedenfalls ihre tolle Form im WM-Winter, der bis dato zwei Siege beschert hat. Wie überhaupt die Herren-Equipe sensationell in das Jahr gestartet ist und erst im siebten Rennen des Jahres (nach drei Siegen von Marcel Hirscher und deren zwei von Marco Schwarz) geschlagen werden konnte - und das am Sonntag im Wengen-Slalom auch nur hauchdünn. Der französische Shooting-Star Clément Noël verwies Manuel Feller (+0,08) und Hirscher (+0,10) auf die Plätze. Mit den Rängen 6 (Michael Matt), 7 (Christian Hirschbühl) und 10 (Schwarz) klassierten sich aber alle ÖSV-Starter für den WM-Slalom in den Top Ten.

Zwei Siege (und zudem drei Plätze auf dem Podium) schafften am Wochenende aber auch die ÖSV-Damen in Cortina - in Form des Abfahrts-Doubles von Ramona Siebenhofer. Am Sonntag sprang Tamara Tippler im SuperG als Überraschungs-Dritte mit einem Stockerlplatz für ihre patzenden Kolleginnen Nicole Schmidhofer und Siebenhofer ein. In den WM-Speedbewerben ist die Damen-Equipe nach vier Saisonsiegen zu favorisieren - einzig im Riesentorlauf hängen nach dem Verletzungspech von Anna Veith und Stephanie Brunner die Medaillen definitiv zu hoch.

Skispringen. Die Sorgenfalten auf der Stirn von Chefcoach Andreas Felder, die während der Vierschanzentournee schon besorgniserregend tief gefurcht waren, lösen sich langsam auf. Das vergangene Wochenende in Zakopane könnte die ersehnte Trendwende gebracht haben, die bei den Titelkämpfen in Tirol die von allen erwarteten Erfolgserlebnisse beschert. Stefan Kraft, Doppelweltmeister von 2017, hat nämlich nach einer Durststrecke von exakt 665 Tagen wieder das Siegen gelernt. Er distanzierte am Sonntag in Polen den Norweger Robert Johansson um 2,6 und den Japaner Yukiya Sato um 5,0 Punkte. Auch Daniel Huber unterstrich mit Rang sechs seine aufstrebende Form. Und auch eine vor Wochen noch utopisch anmutende Team-Medaille könnte nach Rang zwei im Teamspringen von Zakopane wieder ein Thema werden - in der Formation Kraft, Huber, Michael Hayböck und Jan Hörl blieb man nur einen Zehntelpunkt hinter Deutschland; und mit Respektabstand vor dem Dritten Polen.