Kitzbühel. Matthias Mayer hat im ersten Abfahrtraining auf der Kitzbüheler Streif mit Bestzeit den Ton angegeben. Beim ersten Abtasten am Dienstag war wegen der Pistenpräparierung freilich höchste Aufmerksamkeit gefragt, gut meisterten aus dem ÖSV-Team auch Daniel Danklmaier (+0,24) und Hannes Reichelt (+0,91) die Herausforderung. Die eisigen Verhältnisse zauberten aber nicht allen ein Lächeln ins Gesicht.

Seine im Sturz im Wengener Kombinations-Slalom zugezogene Beckenprellung komplett ausgeblendet hatte Mayer. "Am Start ist es mir nicht gut gegangen, aber beim Fahren habe ich nichts gespürt. Es war eisig und unruhig, da hatte ich andere Gedanken", sagte der Doppelolympiasieger, der den Steilhang noch nicht so gut erwischt hatte. Fürs Selbstvertrauen sei die Bestzeit gut, die Aussagekraft aber dahingestellt. "Heute ist Dienstag, am Samstag ist das Rennen."

Gefallen an der eisigen Streif fand er wohl: "Die Piste ist in einem unglaublichen Zustand, es wurde vom Start bis herunten mit Wasser gearbeitet. Es ist jede Stelle sehr hart, teilweise ist es eisiger, teilweise griffiger. Die Sprünge gehen gut, sie sind schön gebaut, da ist nichts zu tun."

"Dass es so aufgeht, habe ich nicht geglaubt"

Seinen Sieg in der Europacupabfahrt am Montag auf verkürzter Strecke bestätigen wollte Danklmaier, was ihm als Tagesdritter hinter dem Kanadier Benjamin Thomsen eindrucksvoll gelang. "Dass es so aufgeht, habe ich nicht geglaubt. Ich bin umso happier. Das ist eine Genugtuung, es läuft - und damit geht alles leichter von der Hand." Er hat nun gute Chancen auf einen Startplatz im Weltcuprennen.

Der sechstplatzierte Reichelt lobte die Organisatoren, dass man nach den Schneemassen so eine Piste hergerichtet hat. "Es ist viel Wasser drinnen, es ist eine normale, zähe Abfahrt, es ist kein Kindergeburtstag." Der Ruhetag am Mittwoch werde nicht nur den Athleten, sondern auch der Piste guttun. "Zwei Trainings reichen. Wenn auch nur eines wäre, wäre es mir auch egal. Die Piste wird ja von Läufer zu Läufer immer ruppiger, Samstag wird das sicher zäh." Er habe sich am Start überwinden müssen. "Es ist schon länger her, dass ich mit so einem Respekt am Start gestanden bin, weil ich gesehen habe, dass es richtig eisig und unruhig ist."

Wengen-Sieger Vincent Kriechmayr (+1,76) indes meinte, überhaupt nicht zurechtgekommen zu sein. "Sie präsentiert sich wieder von ihrer besten Seite, die Streif." Sie sei wirklich sehr eisig, was ihm normal auch liege. "Sehr, sehr schwierig, aber auf keinen Fall gefährlich. Alle Passagen können mit hundert Prozent gefahren werden. Der Beste wird sich durchsetzen."

Jansrud verletzt, Wetter passt

Ein erstes prominentes Opfer forderte die Streif auch gleich: Der Norweger Kjetil Jansrud kam zu Sturz und musste mit Verdacht auf eine Armverletzung ins Spital.

Das in den vergangenen Wochen extreme Winterwetter dürfte an den Renntagen keine Probleme bereiten. "Alles im grünen Bereich, wir sehen es sehr entspannt", sagte Alfred Neururer von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Innsbruck. Der Samstag, Tag der Streif-Abfahrt, dürfte sogar der schönste Hahnenkamm-Tag werden. Pünktlich zum Höhepunkt des Rennwochenendes werden nämlich Auflockerung und sonnige Stunden prognostiziert, so der Meteorologe. An den Tagen zuvor gestalte sich das Wetter meist etwas bewölkt mit leichten Schneefällen. Insgesamt dürften aber nur ein paar Zentimeter dazukommen, somit stehe auch dem SuperG am Freitag nichts im Wege.

Auch für den sonntäglichen Slalom müsse man mit leichten Niederschlägen rechnen. Eines ist gewiss - die Temperaturen bleiben vom Start bis ins Ziel im Minus-Bereich.