Kitzbühel. Streif-Abfahrtssieger Thomas Dreßen muss den Klassiker am Samstag aus dem Zielraum mitverfolgen. Der deutsche Skirennläufer befindet sich nach einem Kreuzbandriss auf dem Weg zurück, die Reise nach Kitzbühel ließ sich der Titelverteidiger aber nicht nehmen. Nicht starten zu können hat schon "ein bisschen wehgetan in der Magengrube", sagte er in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Rückkehr an die Stätte seines bisher größten Triumphes ist für Dreßen freilich mit vielen Erinnerungen verbunden. "Ich kann mich an relativ viel erinnern, was an dem Tag passiert ist. Aber am meisten an den Moment im Ziel, als ich mich gefreut habe. Den Moment werde ich hoffentlich lange nicht vergessen. Wenn man die Anzeigetafel sucht, jubelt und realisiert, dass man führt. Das war schon cool", erklärte der 25-Jährige.

Dreßen hatte sich Ende November 2018 bei seinem Sturz in der Abfahrt von Beaver Creek das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen, das umgehend operiert wurde. Ende Jänner erfolgt nun auch noch eine Operation der lädierten Schulter. "Wir sind gerade in einer Phase, in der es nicht verkehrt ist, wenn das Knie etwas Ruhe bekommt", meinte er zum Reha-Verlauf.

Dass der Skirennsport eine gewisse Gefahr mit sich bringt, nimmt auch Dreßen in Kauf: "Man kann Zäune aufstellen, einen Airbag anziehen. Aber deswegen ist es trotzdem immer noch eine Risikosportart. Du hast keinen Puffer um dich. Dein Körper ist deine Karosserie. Aber wir machen das nicht wegen dem Adrenalin - also ich zumindest nicht -, sondern weil es Spaß macht", sagte er. Er würde mittlerweile nie wieder ohne Airbag fahren und plädiert außerdem für Schnittschutzanzüge, auch wenn die freilich Knieverletzungen nicht verhindern würden.

Die Sieger-Gams steht daheim übrigens direkt neben dem Fernseher. "Ein Freund meinte dann, dass man die von der Hauptstraße aus sieht, und hatte Sorge, dass jemand einbricht und sie klaut", so der Bayer, der mit seiner Freundin im oberösterreichischen Almtal lebt. Deshalb seine Bitte: "Wenn jemand einbricht, hoffe ich auf etwas Respekt. Alles können sie mir klauen, aber die Gams sollen sie stehen lassen."

Sein Siegertipp für Samstag? "Ich tippe auf Dominik Paris. Weil er hier schon zwei Mal gewonnen hat, der weiß, wie es geht. Und Bormio war auch zäh. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass der Mothl (Matthias Mayer, Anmerkung) gewinnt."

Am Donnerstag (11.30 Uhr/ORFeins) steht das Abschlusstraining auf dem Programm, das ohne den Norweger Kjetil Jansrud über die Bühne gehen wird. Der Sieger von 2015 hat sich am Dienstag zwei Knochen in der Hand gebrochen und wurde operiert - er will aber bei der WM in Aare wieder starten.

Programm 79. Hahnenkammrennen

Abfahrtstraining Donnerstag, 11.30 Uhr
Super G Freitag, 11.30 Uhr
Abfahrt Samstag, 11.30 Uhr
Slalom Sonntag, 10.30/13.30 Uhr