Nächstes Opfer: Hütter. - © afp
Nächstes Opfer: Hütter. - © afp

Wien. Die rot-weißen-roten Abfahrerinnen sind derzeit so stark aufgestellt, dass dieser Ausfall personell wahrscheinlich zu verkraften ist: Dennoch wurde der Premierensieg von Stefanie Venier am Sonntag in der grenzwertigen Damen-Abfahrt vom Garmischer Kreuzeck vom Sturz ihrer Teamkollegin Cornelia Hütter getrübt. Am Tag nach dem Super-G-Sieg von Nicole Schmidhofer und eine Woche nach dem Abfahrts-Double von Ramona Siebenhofer in Cortina - beides ebenfalls Premierenerfolge in diesen Disziplinen - erwischte es die 26-jährige Steirerin just an der schnellsten Stelle des Kurses. Bei Tempo 130 reichte ein minimaler Verschneider, um kopfüber in den Fangnetzen zu landen. Schien es zunächst, als sei Hütter, die nach Oberschenkelproblemen erst jüngst in den Weltcup-Zirkus zurückgekehrt ist, glimpflich davon gekommen, wurde später in Innsbruck ein Innenbandeinriss im rechten Knie sowie ein Muskelfaserriss in der linken Wade festgestellt. Die bevorstehende WM in Aare (5. bis 17. Februar) kann Hütter damit abschreiben, wiewohl sie bei einer Pause von vier bis sechs Wochen zumindest heuer noch fahren wird können. "Im Moment ist es natürlich sehr bitter, aber in ein paar Wochen sieht es wieder anders aus", sagte Hütter.

Damit ist eine weitere rot-weiß-rote Medaillenkandidatin bei den Titelkämpfen zum Zuschauen verdammt - nachdem die ÖSV-Damen bereits einen vor allem im Riesentorlauf nicht verkraftbaren Aderlass hinnehmen mussten. Mitte Jänner erwischte es binnen 24 Stunden mit Anna Veith und Stephanie Brunner die einzigen ÖSV-Riesentorläuferinnen mit Weltklasseformat. Beide zogen sich beim Training in Südtirol einen Kreuzbandriss zu - wobei Veith nicht einmal gestürzt war, sondern nur einen Schlag von der pickelharten Piste abbekommen hatte. Ähnlich erging es erst am Freitag auf der Streif dem Kärntner Max Franz, der bei der Linkskurve nach der Mausefalle Opfer der ebenfalls eisigen und schlagigen Hahnenkamm-Abfahrt wurde - der Fersenbeinbruch zwingt ihn zu sechs bis acht Wochen Pause. Womit er just in seiner bisher besten Saison (mit zwei Siegen) die WM verpasst und seine Abfahrts-Bronzene von St. Moritz nicht verteidigen kann. Eine bereits gewonnene Bronzemedaille mag auch Katharina Gallhuber über ihr Fehlen in Aare hinwegtrösten: Die 21-jährige Niederösterreicherin, die im Vorjahr sensationell Olympia-Dritte im Slalom geworden war, riss sich im Dezember beim Training am Semmering ebenfalls das Kreuzband.