Aare. (apa) Daniel Danklmaier hat seine Ziele für die Saison überdenken müssen. Haderte er vor wenigen Wochen noch wegen Nichtnominierungen für Weltcuprennen, so spricht der steirische Skirennläufer nun von einer WM-Medaille in Aare. "Da zählen nur die ersten drei Plätze, auch mein Ziel ist eine Medaille. Das ist ganz weit hergeholt, aber in einer Außenseiterrolle bin ich sicher", sagt der 25-Jährige vor dem Super-G am Mittwoch (12.30 Uhr).

Des einen Leid, des anderen Freud’. Weil Max Franz, Gewinner des Weltcup-Super-G in Beaver Creek, wegen eines in Kitzbühel zugezogenen Fersenbeinbruches für die WM ausfiel und Danklmaier seinerseits beachtliche Leistungen zeigte, nominierte ihn Rennsportleiter Andreas Puelacher ins WM-Aufgebot, dem außerdem Olympiasieger Matthias Mayer, der Disziplinen-Weltcupführende Vincent Kriechmayr sowie Routinier und Ex-Weltmeister Hannes Reichelt angehören. Sie alle dürfen mit Edelmetall spekulieren, mit dem man auch die Enttäuschung von der WM vor zwei Jahren wettmachen könnte. Ausgerechnet im Herren-Super-G, lange Zeit die Paradedisziplin der Österreicher, ging der ÖSV nämlich in St. Moritz leer aus. Der fünfte Platz von Kriechmayr war das Höchste der Gefühle gewesen. Stattdessen hatten die Kanadier - wie so oft bei Weltmeisterschaften - mit Gold durch Erik Guay und Bronze durch Manuel Osborne-Paradis abgeräumt, der Norweger Kjetil Jansrud hatte Silber gewonnen.

Später Durchbruch

Danklmaier ist im starken Speed-Team für die diesjährige WM sicherlich der größte Außenseiter. Die interne Qualifikation gegen Christian Walder für den letzten Startplatz entschied er allerdings klar für sich. Er sei sich bewusst, durch die Verletzung von Franz, dem einzigen heimischen Saisonsieger, "reingerutscht" zu sein, aber er sei sicher auch durch seine Leistungen zum Antreten berechtigt, meint er. "Ich bin nun heroben, habe mich in der Quali durchgesetzt, habe meinen ersten WM-Einsatz. Die Ziele werden von Wochen zu Woche anders." In der Sommervorbereitung seien sein Vorhaben für den Winter Top-30-Plätze gewesen, oder im Europacup einen Fixplatz für den Weltcup zu holen, um den Qualifikationsdruck nicht mehr zu haben. Begonnen hat es tatsächlich nicht gut, in Lake Louise und Beaver Creek wurden die internen Qualifikationen abgesagt, und in St. Moritz sei da im Europacup "eine Brez’n" gewesen. Den Sprung ins Weltcup-Aufgebot schaffte er erst Ende Dezember im Super-G von Bormio (19.).

Ein gutes Ergebnis bei schlechtem Wetter und Bedingungen ließ bei ihm einen Schalter auf die richtige Seite kippen, das Selbstvertrauen kam zurück. Aus Wengen wurde er zwar frühzeitig nach Kitzbühel geschickt, gewann dort aber die Europacup-Abfahrt und wurde im Weltcup in der Abfahrt Fünfter sowie im Super-G 22. "Es ist alles ziemlich schnell gegangen. So wie es gelaufen ist, war es wie in einem Film", sagt er. "Zurzeit habe ich nicht viele Rückschläge, derweil geht es nur bergauf", sagt er. Gestoppt war er in seiner Laufbahn bereits dreimal durch Knieverletzungen geworden (zwei Kreuzbandrisse, ein Patellarsehnenausriss). "Nach der dritten Verletzung habe ich schon gedacht, warum immer ich. Ich habe mir aber immer eingeredet, dass alles einmal zurückkommt. Es ist zurückgekommen."

"Teamspirit passt"

Er sei besser drauf als je zuvor, er fühle sich fit, und beim Skifahren gehe alles leicht von der Hand. In Aare war er am Montag erstmals in seinem Leben in Schweden auf Schnee unterwegs, nach ein paar Fahrten habe er sich an die Eigenheiten gewöhnt, die Abstimmung habe gleich gepasst, erzählt er. Nervös sei er dennoch - wie bei jedem Rennen. "Ich brauche das, dann kommt mehr die Rennspannung. Ich habe da herunter aber nichts zu verlieren, ich kann voll angreifen." Tipps von den Kollegen nimmt er gerne an. "Sie sind sehr hilfsbereit. Der Teamspirit passt. Es pusht dich auch, wenn du mit den Besten trainierst."