Aare. Marcel Hirscher hat sich die Goldmedaille und erfolgreiche Titelverteidigung im Slalom zum Abschluss der Alpinski-WM in Aare fest vorgenommen. Auch er will titellose Weltmeisterschaften für Österreichs abwenden. Seine Kollegen Marco Schwarz, Michael Matt, Manuel Feller und Christian Hirschbühl peilen ebenfalls das Podests an, Henrik Kristoffersen raste nach RTL-Gold in die Topfavoritenrolle.

   Fünfmal ist Österreich in der WM-Geschichte ohne Goldmedaille geblieben, zuletzt 1987 in Crans Montana (Stand vor Damen-Slalom). Der siebenfache Gesamtweltcupsieger Hirscher will aber nicht nur dieses Worst-Case-Szenario verhindern, sondern auch sich selbst auf den Thron hieven. Mit sechs Gold- und nun vier Silbermedaillen wird Hirscher bei einem Titelgewinn Rekordhalter Toni Sailer (7/1/0) überholen. Es ist vielleicht seine letzte Chance dazu, denn wie lange der Jung-Papa seine Karriere noch fortsetzt, ist nach wie vor offen.

   Für Sonntag (11.00/14.30 Uhr/live ORF eins) wünschte sich der kränkelnde Hirscher, dass er auf dem Weg der Besserung mit der Anstrengung im Riesentorlauf keinen Rückschlag erlitt, Samstag ein paar Trainingsläufe absolvieren konnte (wurde erfolgreich erledigt), um sich auf die Bedingungen einzustellen, gesund am Start stehen wird und zudem auch Minustemperaturen vorfindet.

   "Ein Grad vielleicht wenigstens im Nullbereich, ich bin hier, um aufs Podium zu kommen", sagte der Salzburger. Denn wird es nochmals so eine Salzpiste wie am Freitag, dann hat der Norweger Kristoffersen alle Trümpfe in der Hand. "Auf Salz hat er schon oft bewiesen, dass er das einfach besser kann als jeder andere", weiß Hirscher, der in diesem Winter von seinen zehn Rennsiegen fünf im Spezialslalom geholt hat.

   Kristoffersen, dessen letzter Slalomerfolg im Weltcup mit Kitzbühel 2018 ein Jahr her ist, und der bei Olympia als Halbzeitführender ausschied, will genau an die Form von damals anschließen. "Ich muss fahren wie letztes Jahr im Slalom und die zwei Jahre davor. Es ist ein neues Rennen, ein neuer Tag, eine neue Disziplin, es ist also anders", sagte der 24-Jährige. Und in Richtung Hirscher: "Jeder ist nur ein Mensch, niemand ist unschlagbar. Er hat das nie gesagt, ich habe das nie gesagt, Alexis hat das auch nie gesagt."

   Der Franzose Alexis Pinturault, bereits Kombi-Weltmeister und Riesentorlauf-Bronzemedaillengewinner, sein Teamkollege Clement Noel sowie der Schweizer Daniel Yule zählen zum großen Mitfavoritenkreis, Olympiasieger Andre Myhrer ist trotz durchwachsener Saison bei seinem Heim-Rennen nicht außer Acht zu lassen. "Es werden wahrscheinlich alle, die den Riesentorlauf gefahren sind, am Sonntag müde sein. Aber mit einer Medaille um den Hals, ist das immer besser zu verkraften", sagte Pinturault.