Aare. Marcel Hirscher hat sich offenbar vorgenommen, nicht ohne Goldmedaille von der Ski-WM in Aare abzureisen. Der Alpin-Superstar fuhr am Sonntag im WM-Slalom in 1:00,60 Minuten zur überlegenen Halbzeitführung. Kombi-Weltmeister Alexis Pinturault war 0,56 Sekunden langsamer und damit noch am besten bedient. Hinter dem Franzosen lauern Marco Schwarz, Michael Matt und Manuel Feller auf die Medaillen.

Schwarz hat als Dritter 1,22 Rückstand, Matt 1,35 und Feller 1,38. Der norwegische Riesentorlauf-Champion Henrik Kristoffersen liegt als Sechster 1,70 zurück, ab dem siebenten Platz des Schweizers Loic Meillard (2,18) sind es schon über zwei Sekunden. Der fünfte ÖSV-Vertreter Christian Hirschbühl (2,22) schaffte es als Neunter ebenfalls noch in die Top Ten. Der zweite Durchgang geht ab 14.30 Uhr über die Bühne und beendet die WM.

Hirscher: "Es ist nur Halbzeit"

"Das war sicher ein Lauf, den ich mir noch oft in meinem Leben anschauen werde. Aber es ist nur Halbzeit. Ich darf mich nicht zu sehr freuen, es heißt konzentriert bleiben und die Ski nochmals so runtertreiben, dann kann was Gutes draus werden", meinte Titelverteidiger Hirscher im Interview mit dem ORF-Fernsehen. "Auf diesem Kurs muss man volle Kanne attackieren." Hirscher würde mit seiner siebenten Goldmedaille in der ewigen Bestenliste der WM-Teilnehmer den ersten Platz übernehmen, zudem wäre es sein dritter Slalom-Titel.

Hirscher hatte am Freitag im Riesentorlauf Silber hinter Kristoffersen gewonnen, Pinturault sich die Bronzene geschnappt. Der Salzburger war aber durch einen Infekt etwas geschwächt, zudem lagen die Temperaturen vor zwei Tagen noch leicht im Plusbereich. Am WM-Schlusstag rutschte die Anzeige auf dem Thermometer wieder ins Minus, was die Piste etwas härter machte. Zudem hatte sich Hirscher mittlerweile erholt.

Schwarz: "Ausgangsposition passt, Zeitrückstand nicht"

"Die Ausgangsposition passt, der Zeitrückstand nicht. Aber im Großen und Ganzen kann man einmal zufrieden sein", fasste der bereits zweifache WM-Medaillengewinner Schwarz in der Mixed Zone für die Printmedien zusammen. "Der Rückstand ist viel zu groß", befand auch Matt. "Teilweise war die Spur ein bisserl tiefer, teilweise ein bissel härter. Es war nicht so fein zu fahren, sehr unterschiedlich."

Für Feller war es "fast das Maximum. Im Mittelteil waren zwei, drei Schwünge dabei, die nicht ganz sauber waren", erklärte der Tiroler. "Was der Marcel gemacht hat, ist natürlich ein Wahnsinn. Das war meiner Meinung nach fast die beste Fahrt, die ich jemals gesehen habe von ihm. Er hat jeden Schwung getroffen, das ist eine Fahrt auf Perfektion."

Hirschbühl wollte im zweiten Durchgang "ein gutes Rennen" fahren. "Der Abstand ist schon ziemlich hoch. Aber ich habe gesehen, die anderen haben sich auch ein bisserl schwergetan vor mir", sagte der Vorarlberger.