Aare. Mit fabelhaften Slalom-Fahrten hat Marcel Hirscher am Sonntag einen weiteren Eintrag in das Rekordbuch des Skisports geschafft. Wenige Wochen vor seinem 30. Geburtstag eroberte der Salzburger beim ÖSV-Triple-Sieg in Aare die siebente WM-Goldmedaille seiner Karriere und ist nun der erfolgreichste Skirennläufer in der Geschichte bei FIS-Titelkämpfen.

Den Grundstein zum ersten Gold für das ÖSV-Aufgebot in Schweden - damit blieb die WM 1987 die bisher letzte ohne ÖSV-Sieg - legte Hirscher mit einer Traumfahrt im ersten Durchgang. "Das ist sicher ein Lauf, den ich mir noch oft in meinem Leben anschauen werde", sagte der Annaberger und ließ im Finale keinen Zweifel an seinem Erfolg aufkommen. Hirscher triumphierte 0,65 Sekunden vor Michael Matt und 0,76 vor dem 23-jährigen Marco Schwarz, der nach Team-Silber und Kombi-Bronze als Dritter sein drittes Edelmetall in Schweden eroberte.

Ein versöhnliches, rein rot-weiß-rotes Slalom-Podium gab es zum Abschluss der WM in Aare. - © APAweb / AFP, Jonathan NACKSTRAND
Ein versöhnliches, rein rot-weiß-rotes Slalom-Podium gab es zum Abschluss der WM in Aare. - © APAweb / AFP, Jonathan NACKSTRAND

Hendlsuppe und viel Schlaf 

Nach der Halbzeitführung wollte Hirscher am Leaderbord nicht am vorbereiteten mit Rentierfell gepolsterten Sitz Platz nehmen. Nicht etwa aus Aberglaube, sondern damit die müden Füße vom Sitzen nicht noch müder werden, hieß es aus seinem Lager. Denn ausgerechnet am WM-Anreisetag hatte Hirscher eine Erkältung erwischt, mit Hendlsuppe und viel Schlaf wurde er für den Riesentorlauf fit und schnappte sich am Freitag die Silbermedaille.

"Ein gewaltiges Ergebnis angesichts der Umstände, eine Medaille mehr für die Sammlung, aber ich bin müde und freue mich, wieder ins Bett zu kommen", sagte der 29-Jährige nach dem ersten Medaillenerfolg in Aare. Es galt einen Rückfall zu vermeiden, Samstag war deshalb Haushalten mit den Kräften angesagt. Nur für ein paar Trainingsläufe verließ er das Appartement.

"Ich fühle Dankbarkeit"

Sonntagfrüh machte er einen frischen und kraftvollen Eindruck, die leichten Minusgrade und zumindest in der Früh härtere Piste ließen sogar seine Augen vor Freude glänzen. Nach dem vollbrachten Gold-Coup war auch bei Hirscher enorme Erleichterung spürbar. "Danke an das ganze Team, sie haben das möglich gemacht. Sie haben so hart gearbeitet, mich an den Start zu bringen", sagte Hirscher nach seinen "vielleicht letzten Weltmeisterschaften". "Ich fühle Dankbarkeit. Als ich hierhergekommen bin, war es nicht selbstverständlich, dass ich mitfahren kann."