Seefeld/Innsbruck. (art) Gut, da wären die Norweger, die bei der nordischen WM in Tirol vor allem in der Loipe beinahe alles in Grund und Boden fahren. Und ja, da sind die Deutschen rund um Markus Eisenbichler, die aus den zwei bisherigen Sprung-Bewerben mit zweimal Gold von der Großschanze groß abgeräumt haben - im Einzel gab es einen Doppelsieg durch Eisenbichler, der davor im Weltcup noch nie gewonnen hatte, und Karl Geiger; im Teamspringen einen Riesenvorsprung von 56,6 Punkten. Doch auch die Leistungen der Österreicher bei den Heimtitelkämpfen konnten sich bisher sehen lassen. Und die WM ist längst noch nicht zu Ende. Ein Überblick über das, was bisher geschah - und noch passieren kann.

Skispringen. Es war nicht einfach ein Stein, der Herrencheftrainer Andreas Felder und seinen Schützlingen nach dem zweiten Platz im Teamspringen am Bergisel vom Herzen fiel, es müssen wahre Geröllhalden gewesen sein. Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Daniel Huber und Stefan Kraft hatten zwar im Kampf um Gold gegen Deutschland keine Chance, hielten aber die stark eingeschätzte Konkurrenz aus Japan und Polen gut auf Abstand. Silber könnte der nach einer durchwachsenen Saison sehnsüchtig erhoffte Befreiungsschlag gewesen sein, allerdings ist Vorsicht geboten. Im Einzel davor waren fünf Springer besser als Österreichs Aushängeschild Kraft - und der fühlt sich auf der Normalschanze, auf der es nun am Freitag mit dem nächsten Einzel weitergeht, bekanntlich weniger wohl als auf der großen. Neben Kraft ist nach den bisherigen Leistungen allerdings auch Huber eine Überraschung in Seefeld durchaus zuzutrauen. Davor übernehmen dort nun die Damen das Zepter: Bei der Teampremiere Dienstag (16.15 Uhr) greifen Daniela Iraschko-Stolz, Eva Pinkelnig, Chiara Hölzl und Jacqueline Seifriedsberger nach einer Medaille, das Einzel folgt am Mittwoch.

Die Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke gaben ein kräftiges Lebenszeichen ab. - © apa/B. Gindl
Die Langläufer Dominik Baldauf und Max Hauke gaben ein kräftiges Lebenszeichen ab. - © apa/B. Gindl

Langlauf. Dass Österreichs Herren im Langlauf eher keine Medaillenchancen haben würden, war schon vor dieser WM klar, Dominik Baldauf und Max Hauke gaben als Sechste im Teamsprint aber ein kräftiges Lebenszeichen ab. "Wir haben alles auf den Punkt gebracht und das Optimum herausholen können. Auf dem können wir aufbauen", sagte Hauke, der am Mittwoch über 15 Kilometer klassisch seinen nächsten WM-Auftritt haben wird. Doch schon am Dienstag werden die Augen der rot-weiß-roten Fans auf die Loipe in Seefeld gerichtet sein, wenn die im Skiathlon noch fehlende Teresa Stadlober über zehn Kilometer klassisch ins WM-Geschehen eingreift. Die 26-Jährige hat nach überstandener Erkältung keine großen Erwartungen, will den Bewerb zum Aufwärmen für die 30 Kilometer mit Massenstart am Samstag, ihren "Highlight-Bewerb", nützen.

Die Skispringer Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Daniel Huber und Stefan Kraft (v.l.) wollen nach Silber im Teamspringen am Bergisel von der Normalschanze nachlegen. - © apa/G. Hochmuth
Die Skispringer Philipp Aschenwald, Michael Hayböck, Daniel Huber und Stefan Kraft (v.l.) wollen nach Silber im Teamspringen am Bergisel von der Normalschanze nachlegen. - © apa/G. Hochmuth

Kombination. Zwei Bewerbe, zwei Medaillen - besser hätte diese WM nicht beginnen können. Nach Platz drei für Franz-Josef Rehrl von der Großschanze glänzte auch Bronze im Teamsprint durch Rehrl und Bernhard Gruber wie Gold - wenngleich Silber möglich gewesen wäre und selbst der Rückstand auf die Deutschen sukzessive schmolz. Mit dem Rennverlauf, in dem die Norweger den Österreichern eher weniger als mehr galant den Vortritt in der Führungs- respektive Verfolgungsarbeit überließen, ehe Jarl Magnus Riiber Gruber im Zielsprint überholte, haderte man aber nicht lange. "Wenn mir das wer vor einer Woche gesagt hätte, hätte ich gesagt: Nie im Leben", strahlte Gruber, der als Ersatzmann in letzter Sekunde auf den WM-Zug aufgesprungen war. Weitere Chancen gibt es am Donnerstag und Samstag im Einzel und Team von der Normalschanze.