Kvitfjell. (art) Nicht einmal mehr zwei Wochen vor dem großen Weltcup-Finale in Soldeu in Andorra wird das Programm im alpinen Ski-Weltcup noch einmal durcheinandergewirbelt. Sowohl in Kvitfjell, wo die Herren Station machen, als auch in Rosa Khutor bei den Damen musste das Abfahrtstraining am Donnerstag abgesagt werden. Bei den Herren machte starker Wind zuerst Verzögerungen nötig, dann auch eine Verlegung auf den Reservestart unmöglich. In Russland wiederum herrschten zu unterschiedliche Pistenbedingungen.

Damit kommen vor allem die Veranstalter bei den Herren wetterbedingt noch einmal ins Schwitzen. Denn die Ersatzabfahrt für Garmisch wäre schon am Freitag auf dem Programm gestanden, sie fiel nun dem - nötigen - Zeitlauf zum Opfer, der für Freitag, 11 Uhr, angesetzt wurde. Zumindest die Original-Abfahrt am Samstag und der Super-G am Sonntag sollen ausgetragen werden, wenn das Wetter es zulässt. Die Österreicher wollen sich dadurch nicht verunsichern lassen, vor allem im Super-G geht es für Vincent Kriechmayr, den zweifachen Medaillengewinner der WM in Aare, noch um viel. Der Oberösterreicher kam als Führender in der Disziplinenwertung nach Norwegen, er könnte der erste rot-weiß-rote Fahrer seit Klaus Kröll 2012 (Abfahrt) sein, der eine Speed-Kugel sein Eigen nennen darf. Im Super-G sind seit Hannes Reichelts Triumph sogar noch vier Jahre mehr vergangen. Sofort nach der WM, bei der Kriechmayr übrigens auch der erste Österreicher seit Michael Walchhofer 2005 war, der zwei Medaillen in den schnellen Disziplinen holte, legte er den Fokus auf die Jagd nach jenem Kristall, das zuletzt fest in norwegischen Händen war. In den beiden vergangenen Saisonen hieß der Sieger Kjetil Jansrud, davor gewannen Aleksander Aamodt Kilde, abermals Jansrud und dreimal hintereinander Aksel Lund Svindal. Diesmal geht die größte Gefahr von seinem Teamkollegen Matthias Mayer und dem Italiener Dominik Paris aus. Die jüngste Station in Bansko war für das Trio aufgrund der Absage des Super-G zwar keine Reise wert, der zweite Platz Kriechmayrs im Kombinations-Super-G zeugte aber von der nach wie vor starken Form des Vizeweltmeisters. Schlechter stehen die Chancen im Abfahrtsweltcup, den Kriechmayr als Vierter hinter Vorjahres-Triumphator Beat Feuz, Paris und Christof Innerhofer laut eigenen Angaben abgehakt hat. Man kann eben nicht alles haben.

Weltcup-Wertungen vor

dem Speed-Wochenende

Herren,

Gesamt nach 30 von 38 Rennen

1. Marcel Hirscher (Ö)1408 Punkte
2. Alexis Pinturault (F)918
3. Henrik Kristoffersen (Nor)808

Abfahrt nach 6 von 8 Rennen:

1. Beat Feuz (Sz)420
2. Dominik Paris (Ita)320
3. Christof Innerhofer (Ita)260
Weiters:
4. Vincent Kriechmayr (Ö)249

Super-G nach 5 von 7 Rennen:

1. Kriechmayr236
2. Matthias Mayer (Ö)233
3. Paris 230

Damen,

Gesamt nach 29 von 37 Rennen:

1. Mikaela Shiffrin (USA)1794
2. Petra Vlhová (Swk)1075
3. Wendy Holdener (Sz)843
Weiters:
4. Nicole Schmidhofer (Ö)697

Abfahrt nach 7 von 9 Rennen:

1. Schmidhofer444
2. Ramona Siebenhofer (Ö)354
3. Ilka Štuheć (Slo)343

Super-G nach 5 von 7 Rennen:

1. Shiffrin300
2. Tina Weirather (Lie)268
3. Schmidhofer253