Bernhard Gruber konnte den Gewinn von Silber nicht fassen. - © reu/Niesner
Bernhard Gruber konnte den Gewinn von Silber nicht fassen. - © reu/Niesner

Seefeld. Besser geht’s nicht. Dritte Medaille im dritten Bewerb. Österreichs Kombinierer haben bei der nordischen Heim-WM in Seefeld erneut eine Medaille geholt. Ex-Weltmeister Bernhard Gruber musste sich am Donnerstag im Normalschanzenbewerb nur dem Norweger Jarl Magnus Riiber um 1,4 Sekunden geschlagen geben. Bronze ging an den Japaner Akito Watabe (+4,6 Sekunden). Der Steirer Franz-Josef Rehrl (29,8) wurde Vierter, Mario Seidl und WM-Debütant Martin Fritz belegten die Ränge sieben und 15.

Gruber selbst war als Achter in die Loipe gegangen - und eroberte in einer spannenden Entscheidung seine insgesamt achte WM-Medaille. Für den bereits 36-Jährigen, der sich erst kurz vor der WM für das ÖSV-Team qualifiziert hatte, war es in Seefeld bereits das zweite Edelmetall nach Bronze im Team (mit Rehrl). "Das ist so schön! In mir kommen die Emotionen hoch. Wenn man als Sportler immer für so einen Erfolg kämpft, ist das umso schöner, wenn es dann gelingt. Ich habe mir das Rennen zum Schluss gut eingeteilt, aber Riiber hat das taktisch sehr gut gemacht", japste der Weltmeister von 2015 im TV-Interview. Die Ausgangslage nach dem Springen versprach in jedem Fall einen spannenden Langlauf, der bei frühlingshaften Temperaturen und tiefen Loipenverhältnissen über die Bühne ging. Riiber war sechs Sekunden vor seinem Landsmann Espen Björnstad und sieben Sekunden vor Rehrl in die Loipe gegangen. Gruber hat nach einem Sprung auf 102 Meter einen Rückstand von 22 Sekunden. Rehrl schloss rasch zu Riiber auf, das Duo setzte sich zunächst von der Konkurrenz ab und hatte 20 Sekunden Vorsprung.

In der zweiten Runde fiel Rehrl zurück und wurde von der Gruppe um Gruber eingeholt. Der Salzburger zog danach das Tempo an und sorgte dafür, dass es bei Kilometer sechs zum Zusammenschluss mit Riiber kam. Auf der letzten Runde verlor Rehrl endgültig den Anschluss, der Medaillenkampf wurde zur Angelegenheit von Riiber, Watabe und Gruber. Beim Einlauf ins Zielstadion lag der Japaner noch voran. Am Ende hatte aber Riiber die meisten Reserven. Gruber konnte aber noch Watabe abfangen und holte seine dritte WM-Einzel-Medaille.

Rehrl, der sich nach einem Sprung von 106,5 Metern Hoffnungen auf seine dritte Medaille gemacht hatte, konnte auch mit Rang vier sehr gut leben. "Das war ein super Wettkampf von mir. Das Rennen war brutal, vor allem im Anstieg. Ich hatte einen guten Sprung und im Rennen wollte ich mitgehen, habe aber nach der ersten Runde gesehen, dass sich das nicht ausgeht für mich. Heute waren drei besser als ich, das ist in Ordnung. Absolut cool von Bernie. Er war die ganze Zeit schon bärenstark. Die Medaille ist verdient", sagte Rehrl.

Deutsche düpiert

Mit Riiber gab es hier einen verdienten Weltmeister, der erstmals seit Bjarte Vik in Lahti 2001 wieder einmal aus Norwegen kommt. Der 21-Jährige beendete damit auch die deutsche Erfolgsserie bei Großereignissen. Die DSV-Kombinierer hatten vorher bei der WM 2017 in Lahti sowie bei Olympia 2018 Seriensiege eingefahren.