Stockholm. Olle Dahlin, der Präsident des Biathlon-Weltverbandes (IBU), hat im Anti-Doping-Kampf keine Angst vor behördlichen Maßnahmen wie zuletzt bei der nordischen Ski-WM in Seefeld. "Wenn hier etwas passiert, kann ich nur sagen, dass es gut ist, wenn verbotene Dinge ans Licht kommen", sagte Dahlin vor der am Donnerstag beginnenden Biathlon-WM in Östersund.

Kenntnis über besondere Vorbereitungen oder womöglich eine anstehende Razzia hat der Schwede aber nicht: "Ich habe nicht mehr Informationen, als in der Öffentlichkeit bekannt sind. Doping ist ein globales Problem."

Die Maßnahmen der österreichischen Behörden in der Vorwoche habe er genau verfolgt. "Ich hoffe, dass es abschreckt und bei den Dopern die Alarmglocken klingeln", sagte Dahlin: "Es ist wichtig, dass wir mit dieser Situation richtig umgehen und es kein Doping mehr gibt."

Schwedens Cheftrainer Wolfgang Pichler erwartet nach der Doping-Razzia in Seefeld keine weiteren Skandale bei der Biathlon-WM. "Seefeld war schon der Gipfel der Dummheit. Ich hoffe, dass jetzt alle ein bisschen normal denken und nicht irgendetwas drehen wollen", sagte der Deutsche am Mittwoch im WM-Ort Östersund. "Wenn es noch irgendeinen gibt, der meint, er kann irgendetwas drehen, dann versteht man die Welt nicht mehr", sagte Pichler einen Tag vor dem WM-Start.

Anders Superstar Martin Fourcade: "Ich wäre nicht überrascht, wenn hier in Östersund wieder Doper entdeckt werden. Wenn es in anderen ähnlichen Sportarten passiert, kann es hier natürlich auch passieren", sagte der Franzose. "Biathlon ist dem Skilanglauf und Radsport doch sehr ähnlich. Warum sollte es hier also nicht auch wieder Doping geben? Man weiß das nie."

Zwei ÖSV-Asse angeschlagen

Trotz einer komfortablen Wettkampfpause von zweieinhalb Wochen ist die Vorbereitung von Österreichs Biathleten nicht ungestört und reibungslos verlaufen. Störfeuer bildeten die Vorkommnisse und Fragen rund um die in Seefeld und Erfurt aufgekommene Doping-Causa, Hindernis waren auch gesundheitliche Rückschläge bei Julian Eberhard und Simon Eder. Damit sind ausgerechnet jene beiden Athleten von Infekten getroffen, auf deren Konto die bisher einzigen beiden Einzel-Stockerlplätze von ÖSV-Athleten in dieser Saison gehen. Der Salzburger Eder war zum Saison-Auftakt Anfang Dezember in Pokljuka Dritter im Einzel geworden, Eberhard am dritten Jänner-Wochenende in Ruhpolding Zweiter im Massenstart. Beide haben dadurch zuletzt je drei Tage intensiver Trainingseinheiten in Hochfilzen und Ruhpolding verpasst.

Es ist daher anzunehmen, dass zwei aus dem Trio Tobias Eberhard, Dominik Landertinger und WM-Debütant Felix Leitner für den Auftakt am Donnerstag in der Mixed-Staffel (16.15 Uhr/ORFeins) nominiert werden. Dazu kommen zwei der vier Damen Lisa Hauser, Katharina Innerhofer, Christina Rieder und Julia Schwaiger. Dunja Zdouc ist Ersatz-Athletin. Hauser ist Gesamtweltcup-15. und nach Top-Ten-Plätzen die chancenreichste ÖSV-Aktive. Für einen Medaillengewinn müsste aber schon alles passen. ÖSV-Cheftrainer Ricco Groß hofft vor allem in den Teambewerben auf Medaillen. "Ich glaube, dass wir in allen Staffelbewerben sehr gute Chancen haben, uns in Szene zu setzen. Natürlich haben wir aber auch in den Individual-Bewerben die Zielsetzung, um die Medaillen mitzukämpfen. Dafür braucht es Laufform, Konzentration und Leistung."

WM-Programm:

Mixed-Staffel 7. März (16.15 Uhr)

Sprint Damen 8. März (16.15 Uhr)
Sprint Herren 9. März (16.30 Uhr)

Verfolgung Damen und Herren
10. März (13.45 bzw. 16.30 Uhr)
Einzel Damen12. März (15.30 Uhr)
Einzel Herren 13. März (16.10 Uhr)
Single Mixed-Staffel14. März (17.10 Uhr)

Staffel Damen und Herren
16. März (13.15 bzw. 16.30 Uhr)
Massenstart Damen und Herren
17. März (13.15 bzw. 16 Uhr)