Soldeu. (may) Mikaela Shiffrin und Marcel Hirscher - so lautet zum dritten Mal in Folge das Gewinnerpärchen des alpinen Ski-Weltcups. Während der achtfache Großkugelgewinner aus Salzburg vor dem Weltcupfinale in Soldeu (Andorra) auch bereits das kleine Kristall für Slalom und Riesentorlauf fix in der Tasche hat, heißt es für sein US-Pendant noch etwas zittern - dafür kann die am Mittwoch 24. Geburtstag feiernde Dame aus Colorado in den Pyrenäen noch zwei kleine Kugeln zuzüglich jener im Slalom einheimsen.

Den Auftakt für den großen Weltcup-Showdown bildet traditionell die Königsdisziplin, in der es am Mittwoch (10.30 Herren, 12Uhr Damen/ORFeins) jeweils zu Zweikämpfen kommt.

Abfahrt: Die erfreuliche Botschaft für Österreich lautet, dass zum ersten Mal seit 2007 (Renate Götschl) wieder das Kristall der schnellsten Disziplin in die Alpenrepublik geht - die Frage ist nur, an wen. Nicole Schmidhofer ist bei 90 Punkten Vorsprung auf ihre Teamkollegin und einzig verbliebene Konkurrentin Ramona Siebenhofer klare Favoritin. Der 29-jährigen Lachtalerin reicht somit ein Platz in den Punkterängen (also mindestens 15.), sollte ihre steirische Herausforderin die Saison mit einem Sieg beenden, der für Siebenhofer für Kristall zwingend nötig ist. Da die slowenische Weltmeisterin Ilka Štuhec wegen einer Knieverletzung die Saison bereits beendet hat, könnte es am Ende sogar ein rot-weiß-rotes Triple in der Disziplinenwertung geben. Stephanie Venier, Trainingsschnellste am Dienstag, fehlen nur drei Punkte auf die drittplatzierte Slowenin.

Schmidhofer vs. Siebenhofer, Feuz vs. Paris

Siebenhofer scheint insofern einen kleinen Vorteil zu haben, als sie die Strecke in Soldeu an sich mag - wie bereits drei Siege im Europacup zeigen -, Schmidhofer indes hat dort noch kein Rennen bestritten. Allerdings schied Siebenhofer im Abschlusstraining aus - und zwar an jener Stelle, an der Ranghild Mowinckel schwer zu Sturz kam. Die Norwegerin stürzte nach einem Sprung, landete im Fangnetz und musste mit dem Akja abtransportiert werden.

Bei den Herren haben die ÖSV-Athleten neuerlich keine Chance mehr auf die Kugel (letzter Gewinner war Klaus Kröll anno 2012): Hier lautet das finale Duell Beat Feuz gegen Dominik Paris. Der Schweizer Titelverteidiger bringt komfortable 80 Zähler Vorsprung mit - somit reicht ihm ein zwölfter Platz, um Kristall aus eigener Kraft einzufahren. Der Südtiroler - er fuhr im Abschlusstraining klare Bestzeit und hat für Mittwoch noch einmal volle Attacke angekündigt - muss entweder gewinnen oder Zweiter werden. In letzterem Fall müsste der Schweizer ohne Punkte bleiben, dann wäre Paris aufgrund seiner zwei Saisonsiege (Feuz hat nur einen) voran. Für Österreichs besten Abfahrer, Vincent Kriechmayr, geht es auf dem nicht allzu schwierigen Kurs nur noch darum, Rang drei in der Gesamtwertung zu verteidigen. "Man muss Vollgas geben, da runter verzeiht es keine Fehler. Es wird sicher ein enges Rennen geben", sagte der Wengen-Gewinner.

Super-G: Im Super-G am Donnerstag hat der 27-jährige Mühlviertler aber noch eine Kugel-Chance. Hier geht Paris (330) mit 44 Zählern Vorsprung auf Kriechmayr ins Rennen - knapp dahinter lauern die Norweger Aleksander Kilde und Kjetil Jansrud mit intakten Kristall-Ambitionen.

Bei den Damen könnte Shiffrin erstmals die kleine Super-G-Kugel für sich entscheiden: Die Weltmeisterin in dieser Disziplin geht als dreifache Saisonsiegerin mit 300 Punkten als Führende in das letzte Rennen, sie wird von Tina Weirather (268) und Schmidhofer (253) gejagt.

Damen-Riesentorlauf: Nur noch Formsache dürfte dann am letzten Tag der Skisaison 2018/2019 am Sonntag der Gewinn der Riesentorlaufkugel für Shiffrin werden. Bei 97 Zählern Vorsprung auf die Slowakin Petra Vlhová heißt es mehr oder weniger nur noch halbwegs sicher durch- und in die Punkteränge kommen, während die Weltmeisterin von Aare schon zwingend gewinnen müsste. Auch diese kleine Kugel wäre die erste für Shiffrin in dieser Disziplin, die an kleinem Kristall nur jenes aus dem Slalom geholt hat. Das aber schon sechs Mal.

Weltcup-Finale in Soldeu:

Herren-AbfahrtMittwoch, 10.30 Uhr
Damen-AbfahrtMittwoch, 12.00 Uhr

Damen-Super-GDonnerstag, 10.30 Uhr
Herren-Super-G Donnerstag, 12.00 Uhr