Soldeu. (may) Mikaela Shiffrin und Dominik Paris sicherten sich am Donnerstag beim Weltcupfinale in Soldeu die kleinen Kristallkugeln im Super-G. Die ÖSV-Athleten hatten letztlich im Kampf um die Kugeln kein Wörtchen mehr mitzureden, weil sich die beiden Weltmeister in dieser Disziplin im letzten Saisonrennen keine Blöße mehr gaben - immerhin landeten Nicole Schmidhofer und Vincent Kriechmayr in der Endabrechnung auf Platz zwei. Und zum Speed-Saisonausklang gab es durch den Mühlviertler (Dritter) so wie Landsfrau Tamara Tippler (Zweite) noch einmal Stockerlplätze für Rot-Weiß-Rot.

Nur Viktoria Rebensburg hat den ersten Weltcupsieg der heuer spät in Form gekommenen Tippler verhindert. Die Deutsche setzte sich 0,15 Sekunden vor der Steirerin durch; dahinter landeten die Kugel-Konkurrentinnen Shiffrin und Schmidhofer zeitgleich auf Rang vier, womit sich die 24-jährige US-Amerikanerin erstmals eine Speed-Disziplinenwertung holte. Und das mit nur vier Weltcupstarts (bei sechs ausgetragenen Rennen). Es ist bereits Shiffrins zehnte Kugel, die sie ihr Eigen nennen darf - und voraussichtlich kommt am Sonntag eine elfte für den Riesentorlauf hinzu. "Das ist ganz speziell. Meine erste Speed-Kugel", sagte Shiffrin erfreut. "Ich hätte nie gedacht, dass ich im Super-G schon so weit bin. Aber es sind halt auch einige Rennen abgesagt worden."

Schmidhofer, die am Tag davor mit Abfahrtskristall dekoriert worden war, haderte etwas mit ihrer Fahrt - zumal ein Sieg zur zweiten Kugel gereicht hätte. "Ich hätte einfach über die Saison ein bisschen besser fahren müssen. Aber was soll’s? Ich bin Erste und Zweite, viel besser geht’s nicht", sagte die Steirerin, die ankündigte, demnächst erstmals an der Speedski-WM in Frankreich teilzunehmen, um dort die
200-km/h-Marke zu knacken.

Was Shiffrin bei den Damen ist Dominik Paris im letzten Saisondrittel bei den Herren: Seriensieger. Das Südtiroler Kraftpaket gewann nach der Abfahrt in Soldeu auch den Super-G und holte sich damit seine erste Kristallkugel überhaupt. Er siegte vor dem Schweizer Mauro Caviezel (+0,15) und Kriechmayr (+0,44) - alle Drei sind auch auf dem Siegerfoto der Super-G-Wertung zu sehen, die erstmals seit 2011 (Didier Cuche) kein Norweger holte.

Der derzeit in Überform agierende Paris ließ seinen Speed-Doppelpacks in Bormio und Kvitfjell das dritte Double in diesem Winter folgen, dazu hatte er die Abfahrt in Kitzbühel gewonnen. "Es heißt, man ist bei allen Verhältnissen der Beste, das bedeutet für einen Skifahrer das meiste", meinte Paris, die Bedeutung des Kristalls hervorstreichend.

Kriechmayr lieferte seiner Ansicht nach "ein gutes Rennen ab", verloren habe er es aber schon im oberen Teil. Seine Saison bezeichnete er als "definitiv gut", zumal er zwei WM-Medaillen geholt habe. Aber: "Die ganze Mannschaft wollte um eine Kugel mitfahren. Das ist uns nicht gelungen. In der Hinsicht müssen wir uns schon Kritik gefallen lassen. Trotzdem war es eine super Saison für mich, Zweiter ist auch nicht selbstverständlich."