Szenen einer Erfolgskarriere: der Traumlauf in Kitzbühel 2017... - © Giovanni Auletta / AP / pictured
Szenen einer Erfolgskarriere: der Traumlauf in Kitzbühel 2017... - © Giovanni Auletta / AP / pictured

Salzburg. Am Mittwochabend endet höchstwahrscheinlich eine der größten Sportkarrieren Österreichs: Marcel Hirscher wird in einer mit Spannung erwarteten Pressekonferenz wohl seinen Rücktritt vom aktiven Rennsport bekanntgeben, da sich der 30-Jährige künftig ganz auf seine Familie konzentrieren will. Damit geht auch eine Ära im Skisport zu Ende, zumal der Annaberger seit 2011 den alpinen Skilauf geprägt und dominiert hat wie noch nie ein Läufer zuvor. Die "Wiener Zeitung" blickt daher zurück auf die zehn größten Momente in Hirschers Karriere, allesamt ein Stück rot-weiß-rote Sporthistorie.

1. Slalom-Gold in Schladming 2013: Unbestreitbar sein größter Einzelerfolg, denn am Fuße der Planai bewältigte er bei der WM in der Heimat seine allerschwerste Prüfung und wurde "vom Kind zum Mann", wie er später einmal ausführte. Vor fast 40.000 Fans war er als Slalom-Saison-Dominator am Schlusstag der WM zum Siegen verdammt - der 23-Jährige behielt die Nerven und holte für Österreich das einzige Einzel-Gold der WM. Ein Erfolg, der die Karriere prägen sollte, weil alles, was später auf ihn zukommen sollte, nicht an diese unbeschreibliche Drucksituation heranreichte.

...der "depperte Glasbecher" 2012... - © AFP
...der "depperte Glasbecher" 2012... - © AFP

2. Olympia-Doppelgold 2018: Mit den Olympiasiegen in Pyeongchang machte Hirscher zwar seine Medaillensammlung komplett, emotional waren die Triumphe in Südkorea aber nicht mit anderen zu vergleichen: "Wir sind hier irgendwo, es sind keine Leute, und fahren halt ein Rennen", meinte er nach dem Sieg in der Kombination, die Hirscher-typische Dramatik brachte, als im Slalom plötzlich ein Schneesturm über die Piste fegte. Danach folgte noch der überlegene Sieg im Riesentorlauf. Vater Ferdinand wusste die Bedeutung der Olympiasiege im fernen Annaberg fast besser einzuordnen als der Filius - er brach ob des Erfolgs vor laufender Kamera in Tränen aus.

...und die goldene Heldentat 2013 in Schladming. - © APA/ROBERT PARIGGER
...und die goldene Heldentat 2013 in Schladming. - © APA/ROBERT PARIGGER

3. Kitzbühel-Sieg 2017: Siege in der Heimat sind für österreichische Ski-Artisten einfach am schönsten - und wenn dann auch noch der (fast) perfekte Schwung gelingt, ist Hischer sowieso immer mit sich im Reinen: Der vielleicht beste, nahezu perfekte Slalomlauf gelang Hirscher just am Kitzbühler Ganslernhang im Jahr 2017: Nach Halbzeitrang neun und mehr als einer Sekunde Rückstand setzte er im Finale alles auf eine Karte und raste entfesselt zu seinem zweiten Kitz-Triumph - satte 76 Hundertstel vor dem Zweitplatzierten. "Das war mein komplettes Maximum", resümierte er hernach im Ziel.

4. Der Drohnen-Fall 2015: Dramatik ganz anderer Art und ein kleines Weihnachtswunder gab es für Hirscher indes 2015 in Madonna di Campiglio. Im Entscheidungslauf des Slalom-Klassikers donnerte hinter seinem Rücken eine defekte Kameradrohne auf die Piste - Hirscher fuhr kaum abgelenkt weiter und wurde Zweiter. "Quel champion!", entfuhr es da dem französischen Kommentator. Nie zuvor war es für Hirscher so wichtig, so schnell auf Skiern unterwegs zu sein - der Drohnen-Absturz hätte sonst in einer Tragödie enden können.