Was war ausschlaggebend, dass Sie Ihre sportlichen Wurzeln auf diesem neuen Lebensweg dann doch nicht ganz negieren wollten?

Das ist mir erst 2013 im Rahmen der Ski-WM in Schladming bewusst geworden. Damals war vonseiten des ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel und der Organisation geplant, ein kulturelles Begleitprogramm zu machen - und Roswitha Stadlober brachte meinen Namen ins Spiel. Dann gab es ein Gespräch mit Schröcksnadel und er hat mir sofort sein Vertrauen geschenkt. Das war der Knackpunkt für mich, sein Vertrauen, und sozusagen indirekt in den Skisport zurückzukehren. Ich habe auch gemerkt, wie notwendig das ist, weil da noch viel Energie drinnen liegt, die ich nicht genützt habe bis zu diesem Zeitpunkt. Ich habe immer das Gefühl gehabt, irgendwas fehlt, nachdem ich dem Skisport Adieu gesagt habe. So einen krassen Schnitt zu machen, ist im Grunde nicht gesund, weil man viel verliert, wenn man das, was man sein Leben lang gemacht hat, so abrupt beendet. Bei der Ski-WM Schladming merkte ich: Da muss ich noch etwas aufarbeiten, da steckt noch einiges drinnen. Und mit dieser Aufgabe, das kulturelle Programm und die Zeremonien zu organisieren, habe ich mich auf den Weg gemacht, das Kapitel Skisport Schritt für Schritt besser abschließen zu können beziehungsweise beides zu kombinieren. Das hat schon sehr gutgetan - und dadurch war auch wieder die Verbindung mit dem ÖSV hergestellt, die 19 Jahre komplett weg war.

Im November 2015 kam dann das Angebot, Frauenbeauftragte im ÖSV zu werden. Wie darf man sich diese Aufgabe vorstellen?

Ich bin Ansprechperson für die Damen im Skisport, vor allem Ski alpin, da wiederum mit Hauptaugenmerk auf Nachwuchs und Europacup. Anlass war, dass es eine Zeit gab, wo mehrere junge Talente aufgehört hatten. Dem wollte man entgegenwirken. Kurz gesagt: Die Läuferinnen sollen wissen, es ist jemand da, wenn es Probleme gibt, die sie mit einer neutralen Person besprechen möchten.

Sie sind also wieder im Skizirkus unterwegs?

Ja, ich sehe zu, dass ich bei Konditions- und Schneetrainingskursen, aber auch bei Fis-, Europacup- und Weltcuprennen dabei bin.

Was raten Sie aus Ihrer Erfahrung heraus einer jungen Frau, die eine Skiprofikarriere anstrebt?

Dass immer die Freude am Sport dabei ist, dass sie gut auf ihr eigenes Gefühl hören soll, denn das ist meist das richtige. Dass sie Dinge ansprechen soll, die sie bewegen, berühren, belasten, nicht alles hinunterschlucken. Ich versuche auch zu vermitteln, dass es nicht ausschließlich um den Erfolg geht. Erfolg wird einem nicht geschenkt, das ist klar, man muss hart dafür arbeiten und sehr aufs Skifahren fokussiert sein. Dennoch sollte man sich auch bewusst sein, dass falls der Erfolg, den man sich wünscht, vielleicht nicht eintritt, der Weg dahin trotzdem nicht umsonst war. Im Hochleistungssport kann man viel lernen für das spätere Leben, das sollte man auch wertschätzen.