Inwiefern ist Leistungssport eine Lebensschule?

Man lernt, an einem Ziel dranzubleiben, durch Höhen und Tiefen hindurchzugehen. In einer Karriere geht es nicht immer stetig bergauf. Es gibt Rückschläge - und daraus kann man viel lernen und dadurch noch stärker werden. Das ist nicht nur eine Floskel, das ist tatsächlich so. Zielstrebigkeit, Disziplin, Konsequenz, all das braucht man auch für den späteren Berufsweg. Schließlich wird einem im Leben nach dem Skirennsport nichts geschenkt. Da muss man ebenfalls bestehen und dranbleiben, kreativ sein im Umgang mit gewissen Anforderungen, damit man immer weiterkommt und nicht stehenbleibt.

Was würden Sie gerne im ÖSV bewirken?

Ich würde gerne dazu beitragen, dass sich junge Läuferinnen so gut wie möglich entfalten können. Ich würde aus meiner Erfahrung als Rennläuferin heraus den jungen Frauen gerne vermitteln, dass sie ein Gespür dafür entwickeln, wo die Grenzen sind, damit es für Körper, Seele und Geist gesund bleibt. Dass sie für sich lernen, auf gesunde Art ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Und dass sie wissen, es gibt eine Anlaufstelle, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Ich kenne es von mir, es gab manchmal Dinge, wo ich einfach nicht wusste, wo ich mich hinwenden sollte. Ich glaube, das kann nur derjenige nachvollziehen, der das selbst erlebt hat.