Dass es Ende November in der finnischen Subarktis einmal keinen Schnee geben würde, ist trotz Klimahypes eigentlich ausgeschlossen. Die Reise nach Lappland antreten, um nach einer Schneekontrolle grünes Licht für die anstehenden Slalombewerbe am Wochenende in Levi zu geben, musste die FIS vor einigen Tagen dennoch. Tatsächlich konnten die Veranstalter in diesem Jahr bereits im Vorfeld von Schneefällen und den angelegten Schnee-Depots profitieren. Auch die tiefen Temperaturen, von bis zu 12 Grad minus, spielen dem Organisations-Team in die Hände. Weswegen sich aufgrund der guten Bedingungen die Slalomspezialisten auf faire und spannende Rennen freuen können.

Als Erste im Mittelpunkt stehen werden freilich die Damen, die schon am Samstag (10.15/13.15 Uhr) auf der "Levi Black" die neue Weltcupsaison eröffnen werden. Aus Sicht der österreichischen Slalom-Damen kann der ÖSV nach dem Aus für die verletzte Bernadette Schild auf die Comebacks von gleich zwei "Kathis" bauen. Katharina Liensberger hat nach dem Startverbot für Sölden den Materialstreit mit dem ÖSV beendet, Katharina Gallhuber geht elf Monate nach ihrem Kreuzbandriss wieder an den Weltcupstart. Zumindest Gallhuber fühlt sich bereit. Die 22-jährige Niederösterreicherin war vor zwei Saisonen wie Liensberger eine aufstrebende ÖSV-Slalom-Hoffnung und untermauerte dies wie die gleichaltrige Vorarlbergerin im Februar 2018 bei den Winterspielen in Südkorea eindrucksvoll. Gallhuber holte dort neben Silber im Teambewerb auch noch Bronze im Slalom.

Platz fünf danach in Ofterschwang nach zweitem Halbzeitrang bestätigte das. Gallhuber nahm die starke Serie der Top-Ten-Plätze im Weltcup mit in die Folge-Saison, wurde vor einem Jahr in Levi Siebente. Ein unglücklicher Kreuzband- und Meniskusriss beim Training Mitte Dezember am Semmering beendete die WM-Saison für die Göstlingerin aber, noch ehe sie richtig begonnen hatte.

"Fühle mich wohl auf dem Ski"

Doch Gallhuber haderte keine Sekunde und hat nie zurückgeblickt. "Es gibt keinen perfekten Zeitpunkt für so etwas. Aber ich habe eigentlich gar nicht groß nachgejammert, sondern mir gesagt, okay Kathi, du wirst jetzt alles geben, um wieder dorthin zu kommen, wo du warst. Und eventuell sogar noch weiter", erzählte Gallhuber beim "Licht tanken" während eines kurzen Heimataufenhalts zwischen dem Training in Levi und der neuerlichen Anreise zum Rennen im derzeit 24 Stunden dämmrigen Ort am Polarkreis. In Levi konnten die Slalomdamen vergangene Woche auf der schon gebalkten Weltcuppiste rennmäßig trainieren. "Das war sehr wichtig und ich habe wieder einen Schritt gemacht."