Eine Woche, nachdem sie in Levi Ingemar Stenmarks Slalomrekord ausgelöscht hatte, hat Mikaela Shiffrin mit einem überlegenen Slalomsieg in Killington mit Annemarie Moser-Pröll gleichgezogen. Die Amerikanerin gewann nach einer Machtdemonstration am Sonntag ihr Heimrennen 2,29 Sekunden vor der Slowakin Petra Vlhova und liegt nach dem 62. Weltcupsieg gleichauf mit der legendären Österreicherin.

Beste Slalom-Österreicherin in Killington wurde Katharina Liensberger als Sechste. Katharina Gallhuber folgte auf Platz acht, Chiara Mair wurde Zwölfte. Die Levi-Dritte Katharina Truppe schied schon im ersten Durchgang aus, die Halbzeit-Achte Katharina Huber im zweiten.

Während Shiffrin beim großen Heim-Weltcup im Riesentorlauf nach wie vor sieglos ist, gewann die 24-Jährige seit dem Weltcup-Comeback von Vermont nun auch den vierten Weltcup-Slalom an der US-Ostküste. Die Amerikanerin stellte schon in Lauf eins mit 1,13 Sekunden Vorsprung auf Vlhova die Weichen zum klaren Sieg und ließ auf dem für sie maßgeschneiderten, eisigen Hang in der Entscheidung trotz letzter Startnummer und Windböen nicht nach.

Der zweite Saisonsieg nach Levi war gleichbedeutend mit dem 13. Slalom-Podium der Amerikanerin in Serie, das hatte vor ihr nur die Schweizerin Erika Hess geschafft. In der Weltcup-Langzeitstatistik liegt Shiffrin nur noch hinter Landsfrau Lindsey Vonn, die es auf 82 Siege brachte.

War Shiffrin einmal mehr für die Konkurrenz außer Reichweite, mischten mit der Halbzeit-Vierten Liensberger sowie Fünften Gallhuber im Kampf um die Podestplätze auch zwei Österreicherinnen mit. Auf dem "Eislaufplatz" in den Green Mountains fielen in der Entscheidung aber beide "Kathis" zurück. Katharina Huber, die nach Lauf eins noch Achte gewesen war, schied in der Entscheidung aus. Chiara Mair wurde 12., Franziska Gritsch 21.

Für Liensberger oder Gallhuber wäre ein Platz auf dem Podium alleine deshalb drin gewesen, weil mit Wendy Holdener in der Entscheidung auch die Halbzeit-Dritte ausschied. Vlhova, in Levi als Halbzeit-Führende noch ausgefallen, behielt diesmal zwar die Nerven, war aber mit der 18. Laufzeit gegen die Olympiasiegerin und dreifachen Slalom-Weltmeisterin Shiffrin chancenlos. Der genügte auch die viertbeste Zeit, um ihren Vorsprung sogar noch auszubauen.

"Schade, es war nicht mehr einfach zu fahren. Es hat geheißen, von Start bis Ziel runterdrücken, das war leider nicht ganz so auf Zug, wie ich mir gewünscht habe", erklärte Liensberger ihren Rückfall. "Jetzt heißt es, mit jedem Mal mehr Gefühl bekommen."

Für Gallhuber war Killington der erst zweite Slalom nach langer Verletzungspause. "Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein, der Rückstand ist schon sehr erschreckend", gab die Niederösterreicherin, die Shiffrin in ihrer Pause intensiv studiert hatte, zu. "Da sieht man, dass noch irrsinnig viel zu tun ist. Das war trotzdem ein Schritt nach vorne, der Weg stimmt."

Bedauerlich war, dass die zur Halbzeit achtplatzierte Katharina Huber im Finale ausschied und mit Katharina Truppe die vierte "ÖSV-Kathi" und nach dem Ausfall von Bernadette Schild derzeit beste ÖSV-Slalomdame schon im ersten Lauf ausschied. Eine Woche davor war Truppe in Levi als Dritte noch erstmals auf das Podest gestürmt.

In den USA war der Versuch der Kärntnerin, auch im vierten Saisonrennen zu punkten, schnell vorbei. "Ich bin überhaupt nicht reingekommen, es hat vom ersten Tor weg nicht geklappt, ich habe keinen Grip zusammenbekommen. Es ist sicher enttäuschend, aber das vergessen wir wieder schnell", meinte die Kärntnerin, die nicht lange trauern will. "Ich bin in Levi gut gestartet, das behalte ich in mir."

Mair freute sich über ihre Slalom-Weltcuppunkte. "Ich muss immer mit dem zufrieden sein, was an diesem Tag möglich ist", meinte die 23-jährige Tirolerin, die ebenfalls schon mehrere Knieverletzungen hinter sich hat. Ihr nächster Einsatz ist der Parallelslalom St. Moritz.