Mit dem Minimalvorsprung von nur einer Hundertstelsekunde und nur einem Skistock im Zieleinlauf hat sich Sofia Goggia ihren siebenten Sieg im alpinen Ski-Weltcup geholt. Die 27-Jährige führte nach ihrem Husarenritt am Samstag in St. Moritz einen italienischen Doppelsieg im Super-G vor Federica Brignone an. Goggia, die Vizeweltmeisterin von Aare, hatte während der Fahrt ihren linken Stock nach der zweiten Zwischenzeit abgeworfen, weil sie ihn nicht mehr im Griff hatte. "Ich versuchte den Stock einfach loszuwerden, weil ich ihn nicht mehr in der Hand hatte. So wäre ich nicht ins Ziel gekommen", meinte sie danach. "Ich kam schon aggressiv aus dem Starthaus und wollte einfach nur durchziehen."

Als Dritte stand Weltcup-Leaderin Mikaela Shiffrin auf dem Podest. Beste Österreicherin war Nicole Schmidhofer als Vierte, der 17 Hundertstel auf Shiffrin fehlten. Die 30-jährige Speed-Spezialistin gab sich nach dem Rennen selbstkritisch: "Es waren allgemein ein paar Kurven dabei, die ich nicht schön auf Zug gefahren bin. Auch beim Sprung bin ich nicht fertig geworden und hatte noch ein bisschen Druck." Sie sprach von einem Wechselbad der Gefühle: "Ich weiß gerade nicht, ob ich mich freuen oder weinen soll."

Anna Veiths vorsichtiges Comeback

Die Vorarlbergerin Nina Ortlieb zeigte erneut auf und rangierte nach 37 gestarteten Läuferinnen auf dem sechsten Platz, Tamara Tippler war Elfte. Anna Veith kam bei ihrem Comeback im Super-G nicht unter die besten 20. Ramona Siebenhofer, Elisabeth Reisinger und Michaela Heider schieden aus, Heider kam schwer zu Sturz.

Entsprechend vorsichtig legte Anna Veith ihr Comeback an. In ihrem Speed-Rennen nach dem Kreuzbandriss im Jänner landete sie mit 2,07 Sekunden Rückstand auf Platz 26. "Es geht vor allem ums Vertrauen ins eigene Können", meinte die 30-jährige Salzburgerin danach. "Ich war noch zu rund unterwegs, so ist man nicht schnell. Ich muss noch viel lernen und arbeiten, wenn man so will."

Herren fahren erst am Sonntag

Der Weltcup-Slalom der Herren in Val d'Isere musste unterdessen wegen zu starken Windes abgesagt werden. Das Rennen hätte ursprünglich am Sonntag stattfinden sollen, war aber im Tausch mit dem Riesentorlauf wegen der Wettervorhersagen vorverlegt worden. Jetzt ist wieder alles anders. Der Slalom soll am Sonntag (ab 9.30 Uhr, live auf ORF 1) auf der ganzen Strecke ausgetragen werden, dafür dürfte der Riesenslalom ausfallen. Die Präparierung der Riesentorlaufstrecke wäre sich nicht mehr ausgegangen. Ob und wo der Bewerb nachgeholt wird, wird erst entschieden. Die Damen fahren am Sonntag ab 13.30 Uhr (live auf ORF 1) in St. Moritz den Weltcup-Parallelslalom.