Nach dem windbedingten Hin und Her am Samstag hat der Franzose  Alexis Pinturault am Sonntag im Slalom von Val d'Isere den Heimvorteil für sich nutzen können. Nachdem er schon zur Halbzeit vor dem Überraschungsmann Luke Winter aus den USA geführt hatte, fuhr er im zweiten Durchgang zu einem überlegenen Sieg. Pinturault lag am Ende ganze 1,44 Sekunden vor dem Schweden Andre Myhrer und 1,47 vor dem Italiener Stefano Gross. Der Halbzeit-Sensationszweite Luke Winters hingegen fiel auf Platz 19 zurück. Für die Österreicher riss die lange Podest-Serie in Val d'Isere. Als bester ÖSV-Fahrer schaffte Michael Matt Rang fünf, Christian Hirschbühl wurde 11.

Für Pinturault war es der 25. Weltcup-Sieg, sein erster im Slalom seit fünf Jahren (2014). Damit übernahm der Franzose von Matthias Mayer auch die Weltcup-Gesamtführung vor Henrik Kristoffersen. Der Norweger war nach einem Fehler zur Halbzeit nur 27. gewesen, verpasste nach einer großen Aufholjagd als Vierter aber letztlich einen Podestplatz nur knapp und zog im Weltcup ebenfalls an Mayer vorbei.

Zu den nach intensiven Schneefällen anspruchsvollen Bedingungen auf der steilen Face de Bellevarde meinte Pinturault: "Hier ist es immer schwierig, gut zu fahren und keine Fehler zu machen. Es ist fantastisch, fühlt sich echt gut an." Die Weltcup-Führung berührt ihn nicht sonderlich. "Das wichtigste ist, schnell zu fahren und zu gewinnen."

Steigerung bei Michael Matt

Mit seinem fünften Platz zeigte sich Michael Matt nicht allzu unzufrieden, bedeutete er doch eine deutliche Steigerung nach Rang elf in Levi. Vom Podest war der Tiroler nach intensiven Trainingseinheiten und Materialtests 26 Zehntelsekunden weg. "Das Training hat sich auf alle Fälle ausgezahlt, die Platzierung ist jetzt besser", meinte er. "Es war heute schon sehr schwierig, zu fahren." Nun sind noch einige Wochen Zeit, um für die wichtigen Jänner-Rennen in Form zu kommen.

Hirschbühl, der gegenüber dem ersten Lauf zurückgefallen war, beklagte nach dem zweiten Durchgang: "Es war ein Krampf von oben bis unten, einfach kein Rhythmus." Für seinen Landsmann Marco Schwarz ist dessen 13. Platz nach einem Kreuzbandriss okay. "Es geht darum, Rennerfahrung zu sammeln. Ich fühle mich von Lauf zu Lauf besser", meinte Schwarz im ORF-TV. Die Vorsicht fahre nach seiner Verletzung eventuell im Unterbewusstsein mit. "Ich brauche noch einige Trainingstage, damit ich dann im Jänner ganz fit bin." (apa)