Das ablaufende Jahr hat in der österreichischen Langlaufszene mit den Dopingfällen von Max Hauke und Dominik Baldauf, die sinnbildgebend für den (weitaus größeren) bei der nordischen WM in Seefeld aufgeflogenen Skandal waren, viele Scherben hinterlassen. Nun ist es - wieder einmal - an Österreichs Topläuferin Teresa Stadlober, diese aufzukehren und für positive sportliche Schlagzeilen zu sorgen. Und was sie selbst betrifft, ist vor der am Samstag in Lenzerheide beginnenden Tour de Ski durchaus Optimismus angesagt. Trotz Trainingsrückstands in Folge einer Mittelfußverletzung fühlt sich die 26-Jährige, die vor zwei Jahren mit Gesamtrang fünf aufgezeigt hat, im Vorjahr aber durch eine Erkrankung gebremst war, bereit für neuerliche Großtaten. "Jetzt geht es darum, das gute Gefühl mitzunehmen. Ich weiß, dass ich vorne mitlaufen kann", sagt Stadlober.

Die Umstrukturierungen der Langlaufsparte im ÖSV haben sie jedenfalls nicht beeinträchtigt, ihr Vater Alois, selbst ein früherer Spitzenläufer, organisiert das Team um seine Tochter als Verein, das Budget ist dank Verbandsunterstützung gesichert, das Betreuungspersonal unverändert gut aufgestellt. In Bezug auf seine Tochter sieht auch Stadlober Senior ein größeres Fragezeichen wegen des Trainingsrückstands. Die fehlenden Prozent an Intensität habe man mit Alternativtraining abzufangen versucht. "Wir müssen schauen, wie sich das auswirkt." Allerdings dürfte hierbei auch Understatement mitschwingen, hat Stadlober doch heuer schon, zuletzt etwa mit Rang vier in Davos, bewiesen, wieder an alte Stärke anknüpfen zu können. Zudem sieht sie in ihrer Verletzungspause rückblickend auch positive Aspekte. "Ich bin lockerer geworden, habe mir keinen Druck gemacht." Mit Lenzerheide, Toblach und Val di Fiemme stehen diesmal nur drei Stationen auf dem Programm. Absolviert werden - was Stadlober entgegenkommt - nur zwei Sprints, der Rest sind 10-Kilometer-Rennen in den unterschiedlichen Formaten sowie der Berglauf auf die Alpe Cermis. Als Ziel hat Stadlober "im Idealfall" einen Etappenstockerlplatz ausgegeben. Die positiven Schlagzeilen wären ihr dann sicher.(apa)