Das Imperium hat zurückgeschlagen: So oder so ähnlich könnte man die Leistung von US-Star Mikaela Shiffrin beim Riesentorlauf in Lienz umschreiben. Die Gesamtweltcupsiegerin, die nach einer enttäuschenden Leistung in Courchevel die Station in Val d'Isere ausgelassen hatte, setzte sich bei ihrem Comeback in den Dolomiten nach Laufbestzeit in beiden Durchgängen mit 1,36 Sekunden Vorsprung auf die Italienerin Marta Bassino und 1,82 Sekunden auf Katharina Liensberger durch.

"Das ist das Skifahren, wie ich es mir vorstelle", sagte Shiffrin, die in ihrer Pause laut eigenen Angaben "hart kämpfen" und einiges umstellen musste. "Ich bin sehr glücklich, dass ich so zurückgekommen bin", sagte sie. "Überglücklich", "großartig" waren auch die Worte, die Liensberger nach ihrem dritten Rang am öftesten bemühte. "Es bedeutet mir so viel, gerade hier beim Heimrennen und gerade im Riesentorlauf, in dem ich mir zuletzt so schwer getan habe". Auch Liensberger hat vor allem am Material getüftelt, "es war sehr herausfordernd, das Vertrauen wieder zu finden", sagte sie. Vor allem im zweiten Durchgang ist ihr dies aber exzellent gelungen, mit viel Risiko fuhr sie vom siebenten Platz auf das Stockerl vor. "Ich wusste, ich muss Gas geben", sagte Liensberger, die ein Debakel in Rot-Weiß-Rot verhinderte. Zweitbeste Österreicherin wurde Eva-Maria Brem als 17.

Am Sonntag gibt es im Slalom (10/13 Uhr) eine weitere Chance für die ÖSV-Damen. Liensbergers Ergebnis sollte Auftrieb geben. (art)