Im Ziel zu stehen, ist seine Sache nicht, "da spüre ich das Ziehen schon sehr stark". Im Rennen aber liegt der Zug bei dem Franzosen nicht in den zuletzt in Mitleidenschaft gezogenen Adduktoren, sondern auf den Skiern, wie Pinturault am Sonntag in der aus Super G und Slalom bestehenden alpinen Kombination eindrucksvoll unter Beweis stellte. Trotz geändertem Modus setzte er sich mit 0,51 Sekunden Vorsprung auf den Norweger Aleksander Aamodt Kilde durch, Dritter wurde Loic Meillard.

Die Österreicher, deren Wochenende schon mit der schweren Verletzung von Hannes Reichelt schlecht begonnen hatte, hatten in der Entscheidung nichts mitzureden. Vincent Kriechmayr, nach dem Super G noch Dritter, verpatzte den Slalom und hatte am Ende als Elfter 3,72 Sekunden Rückstand auf Pinturault. Matthias Mayer schied bei der Fahrt durch den Stangenwald aus.

"Es war nicht sicher, ob ich in Bormio fahren kann", sagte Pinturault im Ziel, nachdem er zuletzt wegen einer Adduktorenverletzung nur eingeschränkt trainieren konnte. "Aber ich glaube, es war eine gute Entscheidung." Vor allem tankte er im Jahr eins nach Marcel Hirscher wichtige Punkte für den Gesamtweltcup, in dem vorerst Kilde führt. Daran habe er während der Fahrt zwar nicht gedacht, meinte er - "aber jetzt schauen wir, wie es im nächsten Jahr weitergeht".

Seinen Status als einer der besten Allrounder aber festigte Pinturault: Der Kombinationssieg in Bormio war in dieser Saison schon der dritte in einer unterschiedlichen Disziplin. Davor hatte er bereits im Riesentorlauf und im Slalom triumphiert. (art)