Die Stelvio in Bormio hat schon viele Verletzungsopfer gefordert, am Wochenende waren gleich zwei Österreicher darunter: Hannes Reichelt und Christopher Neumayer landeten in der Abfahrt beziehungsweise im zur Kombination gehörenden Super G jeweils zuerst im Fangnetz und wenig später im Spital. Beide zogen sich einen Kreuzbandriss sowie weitere Knieblessuren zu und fallen mindestens für den Rest der Saison aus.

Christopher Neumayer ist der nächste schwer am Knie verletzte ÖSV-Fahrer. - © APAweb / expa, Johann Groder
Christopher Neumayer ist der nächste schwer am Knie verletzte ÖSV-Fahrer. - © APAweb / expa, Johann Groder

Damit verlässt der österreichische Skiverband den italienischen Traditionsskiport nicht nur ohne Sieg – der dritte Platz von Matthias Mayer in der Abfahrt war das Höchste der Gefühle –, sondern mit zwei Namen mehr auf der ohnehin schon langen Liste an Verletzten. Bisher hatte es vor allem das Damen-Team schwer getroffen: Angefangen von Technik-Spezialistin Bernadette Schild über Stephanie Brunner bis hin zu Speed-Ass Cornelia Hütter fehlen insgesamt sieben Fahrerinnen langfristig, die meisten ebenfalls mit Kreuzbandrissen.

Tage wie Samstag und Sonntag, an denen weitere Verletzte dazukommen, "sind schlechte Tage für uns", sagt Sportdirektor Toni Giger. "Die Mannschaft ist das ganze Jahr zusammen, wenn sich da jemand verletzt, ist das bitter und schwer zu verdauen." Umso positiver fällt ins Gewicht, dass Österreich die Nationenwertung vor den nächsten (Slalom-)Rennen in Zagreb am Wochenende anführt. In Bezug auf den Gesamtweltcup braucht man sich jedoch keinen Illusionen hinzugeben, aktuell führt Aleksander Aamodt Kilde vor Dominik Paris und Alexis Pinturault. Giger: "Alle haben schon Punkte liegen gelassen. Das zeigt, wie fantastisch Marcel das acht Jahre lang gemacht hat, dass er seine Punkte wirklich konstant geholt hat." (art)