Dass die Ära Hirscher im alpinen Skisport vorbei ist, bekommen aktuell vor allem die ÖSV-Slalom-Asse zu spüren. Aber nicht nur die Abwesenheit des einst so dominanten Salzburgers setzt den Herren zu: Verletzungspech, Fehler und Material-Missgeschicke waren unter anderem schuld, dass in der Saison bisher kein einziger Stockerlplatz herausschaute. So auch in Zagreb, wo die Mannschaft sogar die Top Ten verpasste. Nun soll aber am Mittwoch in Madonna di Campiglio alles besser werden.

"So rasch wie möglich abhaken. Zum Glück ist gleich wieder ein Rennen", betonte Michael Matt, der am Sonntag in Kroatien als Halbzeit-Zweiter in der Entscheidung gestürzt war. "Ich wollte schon attackieren. Ich glaube, das hat man gesehen. Der Schwung hätte aber ein bisschen früher passieren müssen vor dem Tor", erklärte der Arlberger. "Das einzig Positive ist, dass der Speed wieder da ist."

Das hätte wohl gern auch Marco Schwarz mit zwei soliden Läufen gekonnt. Allerdings hatte der Österreicher im ersten Durchgang mit dem Material Probleme – und rutschte auf der eisigen Piste auf den 22. Platz ab. Laufzeit drei im Finale und Platz 11 im Endergebnis folgten. Manuel Feller wiederum nahm den zwölften Rang nach seiner durch einen Bandscheibenvorfall erzwungenen Pause gerne an. "Ich habe vor dem Rennen schon gesagt, jeder Punkt, den ich mache, ist definitiv ein Erfolg. Ich bin zufrieden, aber natürlich geht mehr", wusste der 27-Jährige.

"Es ist ein bisschen der Wurm drin"

Dass es in dieser Saison noch nicht für einen Top-drei-Ergebnis gereicht hat, soll nun bald vergessen gemacht werden. "Wir können definitiv mehr", sagte Feller. "Blacky (Schwarz; Anm.) hat im zweiten einen sehr, sehr guten Lauf gezeigt, der Michl (Matt) im ersten. Die Form ist definitiv da, nur ist heuer im gesamten Team von Anfang an ein bisschen der Wurm drin. Auch im Sommer haben wir immer wieder kleine Verletzungen gehabt."

Solche Phasen gebe es eben manchmal. Wichtig sei, sagte Feller, "dass man immer wieder aufsteht, und wenn es 101 Mal ist. Das werden wir definitiv machen, und irgendwann stehen wir dann hoffentlich alle gemeinsam ganz oben", sagte der Tiroler vor der Abreise ins Trentino am Montag. "Jetzt warten wir einmal auf Madonna, dann pfeift es wieder", ergänzte Matt.

Leicht wird es nicht, war doch auch Madonna mit zwei ersten und zweiten Plätzen bisher eher für Hirscher eine Bank. Immerhin fuhren hier im Vorjahr Schwarz und Matt - nach Daniel Yule (Sz) - aufs Stockerl. Ein Kunststück, dass das Duo nur allzu gern wielerholen möchte. Start ist am Mittwochabend um 17.45 und 20.45 Uhr (ORF 1).