Mit vielem hatte man in der ersten Post-Marcel-Hirscher-Saison gerechnet - mit dem aber am allerwenigsten: dass nämlich die hinter dem Salzburger Superstar herangereiften Slalom-Asse heuer so derart chancenlos hinterherfahren. Immerhin verfügt die verbliebene ÖSV-Slalom-Equipe in Michael Matt, Manuel Feller und Marco Schwarz über WM- und Olympiamedaillengewinner; und in der vergangenen Weltcupsaison gelangen dem Trio fünf Stockerlplätze (acht gingen auf das Konto von Hirscher). In Madonna war man am Mittwoch im vierten Saisonslalom von einem Platz auf dem Siegerfoto aber neuerlich weit entfernt, immerhin sorgte Johannes Strolz mit Platz zehn und seinem besten Weltcupresultat für einen kleinen Lichtblick. Zur Erinnerung: Als Hirscher bei der letzten Auflage im Trentino ausfiel, sprangen Schwarz und Matt als Zweiter und Dritter ein - der Sieg damals wie heute ging an den Schweizer Daniel Yule.

Als bestes Slalom-Resultat steht für den ÖSV heuer Platz fünf durch Vizeweltmeister Matt in Val d’Isère zu Buche; in Levi war Christian Hirschbühl Siebenter, in Zagreb wiederum Schwarz als Elfter bester Österreicher.

Die Gründe für die Misere im Stangenwald sind durchaus vielfältig - es ist eine Kombination aus Verletzungspech und Formkrise. An letzterer laboriert etwa Matt, der heuer einfach nicht auf Touren kommt und sogar aus der ersten Startgruppe gepurzelt ist. Nach seinem Ausfall in Zagreb konnte er sich in Madonna als 33. gleich gar nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Danach rätselte er, warum er "nicht vom Fleck gekommen" sei: "Es ist brutal zur Zeit, ich weiß auch nicht, was los ist. Es ist ein bisschen zum Speiben", sagte der 26-jährige Tiroler.

Auch Feller (48.) war im Finale Zuschauer, das allerdings nach fehlerhafter Fahrt - er braucht nach seinem Bandscheibenvorfall gewiss noch etwas Zeit. Auch bei Schwarz (15.) benötigt man nach seinem Kreuzbandriss heuer wohl noch etwas Geduld, gewisse Teilzeiten geben zumindest Anlass zur Hoffnung. Wenig Hoffnung besteht indes bei Hirschbühl, dass er die ÖSV-Bilanz bei den anstehenden Jänner-Klassikern aufpeppen könnte: Er fällt wegen einer Sehnenverletzung in der Leiste mindestens sechs Wochen aus.

"Kann schnell gehen"

Slalom-Trainer Marko Pfeifer ist ob der Resultate logischerweise enttäuscht, glaubt aber an eine baldige Wende: "Es ist ganz wichtig, Ruhe zu bewahren, die haben wir in der Mannschaft. Es kann schnell gehen."