Zwei Bremsschwünge vor dem Ziel, die zweitschnellste Zeit auf der Anzeigetafel - Österreichs Ski-Ass Nicole Schmidhofer startete am Donnerstag im ersten Training mit einer starken Leistung in den Heim-Weltcup der alpinen Ski-Damen in Zauchensee. Die Steirerin blieb damit nur hinter der Deutschen Kira Weidle und vor der im Disziplinen-Weltcup führenden Ester Ledecka, die wieder einmal vom Snowboard auf die zwei Bretter umstieg, die auch Schmidhofer die Welt bedeuten.

Die Steirerin macht kein Geheimnis daraus, dass es ihr Ziel ist, Ledecka einerseits das rote Trikot abzuluchsen, andererseits für den nächsten Heimsieg nach Christine Scheyer 2017 in der Zauchensee-Abfahrt zu sorgen. Doch auch die Vorarlbergerin meldete sich vor ihrem Renn-Comeback nach langer Verletzungspause stark zurück und belegte auf ihrer Lieblingsstrecke - die allerdings diesmal anders als vor drei Jahren mit dem ebenso steilen wie spektakulären Startstück über den Gamskogel gefahren wird - auf Anhieb den siebenten Rang.

Vorfreude auf die Abfahrt am Samstag und die Kombination am Sonntag herrscht allerdings nicht nur bei den ÖSV-Damen, sondern auch beim neuerdings von Ex-Weltmeister Michael Walchhofer angeführten Organisationskomitee. Walchhofer jedenfalls hat in seiner neuen Rolle viel vor. "Wir wollen der attraktivste Damen-Weltcup-Veranstalter werden", sagt der Salzburger zur Austria Presse-Agentur. "Obwohl die Strecke so anspruchsvoll ist, wollen wir für die bestmögliche Sicherheit sorgen."

Michael Walchhofer will Zauchensee zum "attraktivsten Ort im Damen-Weltcup" machen. - © APAweb / Helmut Fohringer
Michael Walchhofer will Zauchensee zum "attraktivsten Ort im Damen-Weltcup" machen. - © APAweb / Helmut Fohringer

Und nicht nur das. Walchhofer will in Gesprächen mit weiteren Veranstaltern auch die Idee einer Art Grand-Slam-Turnier für Damen-Rennen vorantreiben, die ohnehin schon länger existiert, bisher aber immer in der Schublade verschwunden ist. Höheres Preisgeld und gezielte, gemeinsame Vermarktung könnte etwa die Aufmerksamkeit für die Rennen - und damit den Sport im Gesamten - erhöhen. St. Moritz, Zauchensee, Cortina und Garmisch würden sich anbieten. "Momentan ist es nur Philosophieren, aber so fangen gute Ideen ja oft an", sagt der frühere Weltmeister.

Ein Urlaub als Zuckerl

Im Kleinen wird sie freilich auch schon umgesetzt: Weil sich Zauchensee und St. Anton künftig im Zweijahresrhythmus als Veranstalter abwechseln, wird ab sofort ein eigener Preis als Zuckerl für die Schnellste aus Abfahrt und Kombination ausgelobt: ein Sommerurlaub in der jeweils anderen Destination. In diesem Jahr also können die Damen Ferien in St. Anton gewinnen - und sich dort schon für die Rennen im darauffolgenden Winter einstimmen.

 

In diesem jedenfalls beginnt in Zauchensee eine für österreichische Veranstalter intensive Zeit: Zwei Tage nach der Kombination wird in Flachau der Flutlicht-Slalom in Flachau ausgetragen, Ende Jänner stehen dann als Höhepunkte im Herren-Weltcup die Rennen in Kitzbühel und Schladming auf dem Programm. Einen Monat später gastieren die Ski-Asse dann auch in Hinterstoder. Am Wochenende aber werden die Blicke auf Zauchensee gerichtet sein - sehr zur Freude von Schmidhofer, Scheyer, Walchhofer und Co. (art/apa)