Der Fokus Matthias Mayers vor dem Lauberhorn-Wochenende in Wengen war freilich die Abfahrt, doch man nimmt halt, was man kriegen kann - in diesem Fall sehr gerne sogar. Der Doppel-Olympiasieger aus Kärnten setzte sich am Freitag in der Kombination vor Topfavorit Alexis Pinturault und dessen französischem Landsmann Victor Muffat-Jeandet durch. Vincent Kriechmayr beendete den aus Abfahrt und Slalom bestehenden Bewerb auf Rang zehn.

Mayer war auch früher schon im Slalom gute Teilzeiten gefahren, zuletzt aber viermal eingefädelt. "Das zipft mich an, das will ich ändern", hatte er am Freitag gesagt - und Wort gehalten. Mit der Startnummer eins aufgrund des veränderten Formats wehrte der Schnellste aus der Abfahrt mit der viertbesten Slalom-Zeit die Angriffe der im Torlauf an und für sich stärker eingeschätzten Fahrer ab. Auf Pinturault rettete er sieben Hundertstel seines 1,68-Sekunden-Vorsprungs ins Ziel.

"Ich habe mich heute wirklich gut gefühlt im Slalom. Ich habe wirklich attackieren können", sagte Mayer, während auch Pinturault von einem "schönen Spektakel" sprach. Der Weltmeister in dieser Disziplin hatte daran Anteil. "Ich bin einen sehr guten Slalom gefahren, vielleicht in der Abfahrt ein bisschen zu wenig gut. Großer Applaus an Matthias." Pinturault eroberte im Gesamtweltcup die Führung vom nicht am Start gestandenen Norweger Henrik Kristoffersen zurück.

In der Abfahrt wird der französische Allrounder, dessen Stärken in den technischen Disziplinen liegen, eher keine Rolle spielen, die Gegner Mayers um den Sieg in dem Klassiker-Rennen sind eher Lokalmatador Beat Feuz und der Italiener Dominik Paris. (art)