Bei Mario Mittermayer-Weinhandl steigt schon die Vorfreude. Die Vorbereitungen für die 80. Hahnenkammrennen gingen Anfang der Woche ins Finale, erklärte der Kitzbühel-Rennleiter. Und: Die Wettersituation hat diesmal besonders günstige Voraussetzungen geschaffen. "Ich finde, dass die Streif heuer in einem supertollen Zustand ist", sagt Mittermayer-Weinhandl.

Denn im neuen Jahr gab es bisher fast keinen markanten Niederschlag, einzig am vergangenen Wochenende schneite es etwas länger. Obwohl man Naturschnee durchaus wolle, wie Mittermayer-Weinhandl betont, sei es für die Organisation von Rennen im Ski-Weltcup ein Vorteil, wenn man in ausreichenden Kapazitäten mit Kunstschnee arbeiten könne. Das ist dank der Kitzbüheler Bergbahnen der Fall, die schon im November mit der Schneeproduktion begonnen haben. "Heuer hat es von Anfang an gut gepasst", so Mittermayer-Weinhandl. Die Unterlage bestehe "zu 90 bis 95 Prozent" aus maschinell erzeugtem Schnee. "Dadurch, dass wir von Anfang an mit Kunstschnee arbeiten konnten, haben wir es sehr gleichmäßig durchziehen können. Da bringst du es von der Oberfläche gleichmäßiger hin." Die Streif sei daher fast schon rennfertig, es gehe jetzt in den nächsten Stunden nur noch um Kleinigkeiten. "Auch diese Neuschneemengen am Wochenende waren sogar hilfreich. Die haben wir gebraucht, um diverse Löcher aufzufüllen."

Die Piste für die Abfahrt, die auch mit Wasser behandelt wurde, präsentiere sich sehr kompakt, aber nicht weniger eisig als üblich. Das soll seiner Meinung nach bis zum Wochenende so bleiben, auch wenn tagsüber Temperaturen deutlich im Plusbereich erwartet werden. "Sie wird trotzdem in einem knackigen Zustand sein", versprach der in Bayern lebende Mittermayer-Weinhandl, der auf die hinreichend kalten Nächte verwies. "Dadurch, dass der Hang großteils nach Norden schaut, ist die Strecke lange Zeit im Schatten. Die einzige Stelle, die mehr der Sonne ausgesetzt ist, ist die Hausbergkante beziehungsweise der Sprung unterhalb und die Kompression." Einzig dort könne es sein, "dass die Sonne ein bissl eine Auswirkung hat auf den Schnee", meinte er.

Genau wissen, wie tückisch die Streif heuer ist, wird man es allerdings erst am Mittwoch - dann, wenn das erste Training ansteht. Aufgrund der günstigen Wetterprognose stürzen sich Wengen-Sieger Beat Feuz und Co. erst mit einem Tag Verspätung über Mausefalle, Steilhang und Hausbergkante. Für Donnerstag ist das zweite Training angesagt, ehe am Freitag mit dem Super G das erste Renn-Highlight der diesjährigen Jubiläumsausgabe ansteht. Anders als im Vorjahr - als die Abfahrt auf Freitag vorverlegt werden musste - sollte heuer das Programm halten: Die Meteorologen sagen der Gamsstadt jedenfalls für Freitag und Sonntag wolkenloses Hochdruckwetter voraus; allerdings könnte es Probleme zur Abfahrt des Jahres geben, da sich just für Samstag leichter Schneefall und möglicherweise auch Nebel ankündigen.

Sensation durch Mörzinger

Während die ÖSV-Herren das Lauberhorn ohne weiteren Stockerlplatz verließen (Marco Schwarz wurde beim Slalom-Sieg von Clement Noel Siebenter), sorgte bei den Damen ein völlig unbekanntes Gesicht für eine mittlere Sensation: Beim Parallel-Riesentorlauf von Sestriere stieß die 22-jährige Mühlviertlerin Elisa Mörzinger bis ins Finale vor und musste sich in ihrem erst fünften Weltcuprennen der französischen Gewinnerin Clara Direz geschlagen geben. "Ich habe versucht, mich nur auf mich zu fokussieren. Es ist mega, mir fehlen die Worte, es ist voll emotional", meinte Mörzinger nach ihrer unverhofften Stockerl-Premiere auf der großen Ski-Bühne.