Es waren Szenen, wie man sie normalerweise eher vom Fußball kennt: Während der letzten Schwünge des Italieners Alex Vinatzer beim Nachtslalom am Dienstag spazierte eine leicht bekleidete Frau vor ihm über die Piste - und sorgte nachher kurzfristig für Verwirrung. Denn die Frau, die mit einem Schild an den am Sonntag bei einem Hubschrauberunfall verstorbenen Basketballstar Kobe Bryant erinnerte, löste die Zeitnehmung vor Vinatzer aus - der sie selbst laut eigenen Angaben nicht gesehen hatte und schon über die vermeintliche Führung jubelte, ehe die Zeit korrigiert wurde.

Der 20-Jährige selbst, der das Rennen schließlich als Sechster beendete, nahm es mit Humor ("Ich finde es zum Lachen, dass solche Sachen auch im Skizirkus passieren. Schade nur, dass sie nicht die bessere Zeit genommen haben"), die Behörden freilich finden die Causa weniger lustig. Die spazierende Flitzerin - mutmaßlich ein US-Model, das schon das Champions-League-Finale 2019 zwischen Liverpool und Tottenham gestört hatte - muss nun mit einer Verwaltungsstrafe rechnen. Laut Polizei wurde die 23-jährige US-Amerikanerin wegen des Verdachts einer Verwaltungsübertretung bei der Bezirkshauptmannschaft Liezen angezeigt und eine vorläufige Sicherheitsleistung eingehoben. Sicherheitskräfte hatten sie sofort nach der Störaktion im Zielgelände angehalten.

"Überaus zufriedenstellende Bilanz" der Behörden

Abgesehen von der aufsehenerregenden Aktion verlief das 23. Nachtrennen in Schladming laut den Behörden nahezu reibungslos: Rund 2700 Pkw und 200 Busse wurden zu den Parkplätzen gelotst. Trotz der teils winterlichen Fahrverhältnisse und Blitzeis auf der Ennstal Straße (B320) sei der An- und Abreiseverkehr weitgehend problemlos verlaufen. Kleinere Einsätze der Polizei wurden wegen alkoholisierter Gäste verzeichnet. Insgesamt falle die Bilanz aber angesichts der vielen Besucher "überaus zufriedenstellend" aus.

Ein Polizist wurde allerdings während des Verkehrsregelungsdienstes in Haus im Ennstal verletzt: Er leitete gegen 15 Uhr Fahrzeuge von der B320 ab. Ein 62-jähriger Lenker aus dem Bezirk Liezen war aber der Meinung, dass die Ableitung nur für Besucher des Rennens gilt und wollte weiterfahren. Er näherte sich dem Polizisten, öffnete die Seitenscheibe, um mit ihm Kontakt aufzunehmen, doch dabei geriet er zu knapp an den Beamten und fuhr ihm mit dem linken Vorderrad über einen Fuß. Als er das bemerkte, reversierte der Steirer sofort, damit der Beamte seinen Fuß unter dem Reifen herausziehen konnte. Der Polizist wurde verletzt mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht. (red)