Die Abfahrer sind im Ski-Weltcup derzeit daheim eine Macht. Thomas Dreßen setzte mit dem Erfolg am Samstag in Garmisch-Partenkirchen eine von Dominik Paris in Bormio gestartete Serie fort. Der Deutsche gewann vor dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde (0,16 Sek.), dem Franzosen Johan Clarey (0,17) und dem Oberösterreicher Vincent Kriechmayr (0,26).

Thomas Dreßen gewann seine Heim-Abfahrt in Garmisch. - © APAweb / afp, Christof Stache
Thomas Dreßen gewann seine Heim-Abfahrt in Garmisch. - © APAweb / afp, Christof Stache

Für Dreßen war es der vierte Weltcuperfolg seiner Karriere, der zweite in diesem Winter nach dem Sieg in seinem Comeback-Rennen nach Kreuzbandriss in Lake Louise. "Ich habe probiert, mich von Anfang an auf die Basics zu konzentrieren, meinen Ski zu laufen lassen und einfach Spaß zu haben. Ich habe schon geschwitzt, als Beat und Vincent runter gefahren sind. Für mich war es schon überraschend, dass die beiden hinter mir waren", sagte Dreßen.

Erster deutscher Sieg seit 1992

Der mit Nummer eins gestartete Lokalmatador sorgte für den ersten deutschen Abfahrts-Sieg auf der Kandahar seit Markus Wasmeier 1992. "Brutal, dass das schon so lange her ist. Ein Traum, dass das heute so aufgegangen ist, das hätte ich mir nicht gedacht, dass nach Kitzbühel die Antwort gleich so schnell kommt, das freut mich extrem", sagte der 26. zuletzt auf der Streif.

Er setzte die vor dem Jahreswechsel begonnene Heim-Serie der Abfahrer in diesem Winter fort. Der mittlerweile mit einem Kreuzbandriss fehlende Paris hatte beide Abfahrten in Bormio gewonnen, daraufhin Beat Feuz in Wengen, Mayer in Kitzbühel und nun folgte Dreßen in Garmisch. "Es scheint, dass uns die Heimrennen ganz gut liegen würden. Daheim gewinnen ist immer schön", meinte Dreßen.

Topfavorit Feuz aus der Schweiz - Gewinner der zuvor letzten Garmisch-Abfahrt 2018 - landete in dem engen Rennen mit 19 Läufern innerhalb einer Sekunde nur an sechster Stelle und kam damit zum ersten Mal in diesem Winter in dieser Disziplin nicht auf das Podest. "Es war bei weitem keine perfekte Fahrt, mein Energiehaushalt ist nicht bei hundert Prozent." Feuz war bereits in Kitzbühel erkrankt. So wie auch Matthias Mayer, der Streif-Abfahrtssieger musste für Garmisch wegen Grippe passen.

Feuz blieb im Abfahrtsweltcup aber freilich voran, mit 520 Zählern liegt er vor Paris (384), Kilde (307), Dreßen (306), Kriechmayr (304) und Mayer (300). Im Gesamtweltcup ist Kilde 61 Punkte hinter seinem Landsmann Henrik Kristoffersen neuer Zweiter.

Franz ärgert sich über Verschneider

Kriechmayr lag auf der verkürzten, auf der Damenstrecke ausgetragenen Abfahrt bei der letzten Zwischenzeit noch voran, erwischte aber wie so viele die letzte Passage nicht optimal. "Mich nervt, dass ich heute nicht am Podest stehe, aber ich bin ein bisschen müde geworden, weil ich in den Kurven immer wieder nachdrücken habe müssen und das geht auf den Oberschenkel", sagte der Oberösterreicher. Max Franz, der mit Startnummer zwei in das Rennen gegangen war - Nummern in den zehn waren kein Nachteil - musste sich als zweitbester Österreicher mit dem neunten Platz (0,52.) zufriedengeben. "Ärgerlich! Ich war von oben an mit vollem Selbstvertrauen bei der Sache, aber ein kleiner Verschneider in der Hölle hat mich gleich rausgebracht", erklärte der Kärntner.

Am Sonntag steht in Garmisch-Partenkirchen ein Riesentorlauf auf dem Programm (10.30/13.30/live ORF 1). Der ÖSV geht mit Manuel Feller, Roland Leitinger, Stefan Brennsteiner, Marco Schwarz, Patrick Feurstein, Thomas Dorner, Johannes Strolz und Magnus Walch ins Rennen. (apa)