Es gibt einen alten Spruch, der besagt: Wenn du nicht mehr weiterweißt, gründe einen Arbeitskreis. Doch für Zynismus ist freilich kein Platz. Zu schwer hat die Häufung an Verletzungen im alpinen Skiweltcup - vorwiegend am Knie und dort oftmals am Kreuzband - auf die Stimmung gedrückt.

Nun will der Weltverband FIS eine Expertengruppe einsetzen, um diesem Problem Einhalt zu gebieten. Laut Beschluss des FIS-Vorstandes bei seiner Sitzung am Donnerstag in Zürich sollen Fachleute aus Sport und Medizin durch Analyse der Verletzungen deren wichtigste Ursachen eruieren und effektive Lösungen vorschlagen.

 Dass man solche derzeit nicht habe, gestand zuletzt auch Herren-Rennchef Markus Waldner ein. "Lösung haben wir zur Zeit keine. Das Radl haben wir jetzt weit gedreht. Und das zurückzudrehen, wird ein sehr schwieriges Unterfangen", sagte Waldneram Rande der Hahnenkammrennen in Kitzbühel, in deren Vorfeld die Nachricht von der schweren Verletzung von Top-Abfahrer Dominik Paris die Szene erschüttert hatte.

"Es passiert mit allen Skiern - Slalom, Riesentorlauf, Super-G, Abfahrt. Bei Herren und Damen und auch im Europacup. Es ist das Gesamtpaket, das sehr aggressiv abgestimmt ist: Schuh, Platte, Bindung und Ski. Wenn man da ein bisserl außerhalb der normalen Winkel kommt, dann reißt eben sehr schnell ein Kreuzband", hatte Waldner erklärt.

Im Parallelschwung ins Jahr 2021

Während man diesbezüglich noch einer Lösung harrt, hat die FIS den Kalender der Saison 2020/21 schon genehmigt. Eingeschlossen wurde ein Parallel-Slalom für Damen und Herren am 1. Jänner in Davos.

Das Programm nordischer Ski-Weltmeisterschaften soll künftig eine weitere Aufstockung erfahren. Nach der jüngsten Einführung eines Damen-Teambewerbs im Skispringen in Seefeld 2019 hat der FIS-Vorstand nun einen Vorschlag Norwegens für die Aufnahme eines Großschanzenbewerbs der Damen befürwortet. Eine Entscheidung wird beim FIS-Kongress im Mai 2020 getroffen. (red)