Neben den regulär im Weltcup-Kalender aufscheinenden Rennen in Garmisch-Partenkirchen und Crans Montana bekommt mit Saalbach-Hinterglemm auch der dritte Alpinski-WM-Bewerber für 2025 die Chance, sich vor der Vergabe im Mai noch als Veranstalter zu präsentieren. Die Salzburger richten am Donnerstag und Freitag als Ersatzort für Yanqing in China Abfahrt und Super G der Herren aus.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus wurden die als Olympia-Generalprobe geplanten Rennen in Yanqing abgesagt. Nach einigen Verhandlungen wurde Saalbach als Einspringer bekanntgegeben, damit bietet sich auch die Chance für intensive WM-Werbung. Allerdings wurden die Rennen auf Werktage verlegt, weil am Samstag und Sonntag tagsüber keine Fernsehzeiten frei waren und zudem mit dem Skifliegen auf dem Kulm eine weitere Top-Veranstaltung in Österreich über die Bühne gehen wird.

Zuletzt wurden auf der "Schneekristall"-Strecke auf dem Zwölferkogel im Dezember 2018 Weltcuprennen gefahren, allerdings ebenfalls als Ersatz für den damals in Sölden ausgefallenen Riesentorlauf (der Slowene Zan Kranjec gewann) und den in Val d’Isère abgesagten Slalom (Sieger: Marcel Hirscher).

Zuletzt regulär im Weltcup-Programm war der WM-Ort von 1991 im späten Februar 2015, es waren die ersten Herren-Rennen seit Dezember 1999. Für Österreich wurde das Comeback zum vollen Triumph. Matthias Mayer kürte sich zum Doppelsieger, er gewann die Abfahrt vor Max Franz und Hannes Reichelt, Vincent Kriechmayr wurde Sechster. Im Super G beherrschte der Kärntner vor dem Franzosen Adrien Theaux und dem Norweger Kjetil Jansrud die Konkurrenz.

"Klar freut man sich immer auf ein Heimrennen. Ich glaube, wir sind auch gut aufgestellt nach den letzten Erfolgen, die wir im Speed-Bereich gehabt haben", meinte ÖSV-Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher, der der Veranstaltung vor Heimpublikum zuversichtlich entgegenblickt. "Kitzbühel hat gezeigt, dass wir voll dabei sind. Matthias Mayer ist wieder gesund, der Vinc ist gut in Form, Max Franz kommt zurück. Ich glaube, wir sind relativ gut aufgestellt."

Probleme bereiten könnte am Dienstag, an dem das erste von zwei Abfahrtstrainings vorgesehen ist, das Sturmtief "Sabine" sowie vorhergesagter Schneefall. Erst am Mittwoch zum zweiten angesetzten Training ist leichte Entspannung angesagt. Der Donnerstag, an dem um 12.45 Uhr die Abfahrt stattfinden soll, sieht derzeit noch gut aus.

Pinturault attackiert FIS

Indes äußerte Frankreichs Alpin-Skistar Alexis Pinturault nach dem Parallel-Riesentorlauf am Sonntag in Chamonix heftige Kritik an der FIS: Der 28-Jährige schrieb auf Instagram, dass er "zornig" sei, weil er den "Eindruck habe, betrogen zu werden. Wir als Athleten verkommen zu Statisten einer Show und sind nicht die Hauptdarsteller einer Sportart", so Pinturault, der nur 13. wurde. Bei dem Parallel-Bewerb herrschten laut dem Franzosen aufgrund der unterschiedlich schweren Kurse unfaire Bedingungen; dazu kam es zu einer extrem gefährlichen Situation, als der US-Amerikaner Tommy Ford bei einem Sturz den Kurs des Schweizers Thomas Tumler kreuzte. "Seit wann ist im Sport Glück wichtiger als die Leistung? Und wie gefährlich ist das Format, über das wir sprechen? Aber am wichtigsten @fisalpine, wann werden die Worte der Athleten gehört?" Im Gesamtweltcup ist Pinturault Dritter (842 Punkte), 61Zähler hinter dem führenden Norweger Henrik Kristoffersen.