Am Tag vor der Qualifikation zum Skifliegen am Kulm gibt es eine Lösung im jahrelangen juristischen Tauziehen um den Status der Vorspringer. Als (Spät-)Folge des Unfalls von Lukas Müller vor etwas mehr als vier Jahren werden diese nun nach dem ASVG als Dienstnehmer angemeldet. Das haben am Donnerstag die Sportgewerkschaft younion unter Berufung auf die Athleten und der österreichischen Skiverband (ÖSV) bestätigt.

Müller hatte sich am 13. Jänner 2016 im Rahmen der Skiflug-WM bei einem Sturz als Vorspringer eine schwere Wirbelsäulenverletzung zugezogen, es war eine inkomplette Querschnittlähmung diagnostiziert worden. Nach einem Rechtsstreit wurde der Unfall 2019 als Arbeitsunfall anerkannt. "Wenn andere Athletinnen und Athleten nun besser abgesichert sind, bekommt mein Unfall nun wenigstens einen Sinn", wird Müller nun in einer Aussendung der Gewerkschaft zitiert.

Kraft verteidigt gelbes Trikot

Der Vorsitzende der Sektion Sport in der younion, Gernot Baumgartner, sagte darin unter anderem: "Der Druck, den wir seit längerem auf den ÖSV ausüben, hat anscheinend Wirkung gezeigt. Es ist allerdings nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und kein ausschließliches ÖSV-Problem. Der gesamte österreichische Sport ist nach wie vor verunsichert, und die Politik ist gefordert, eigene auf den Sport ausgerichtete Maßnahmen zu schaffen."

Unterdessen laufen am Kulm die Vorbereitungen für die Qualifikation am Freitag (13 Uhr) und die beiden Bewerbe am Wochenende (jeweils 11 Uhr) auf Hochtouren. Stefan Kraft kommt im gelben Trikot in die Steiermark und will dieses vor seinen Verfolgern Karl Geiger, Dawid Kubacki und Ryoyu Kobayashi verteidigen. Allerdings fehlt Kraft ein Heimsieg noch. (apa/red)