Der neue Weltcup-Führende heißt seit Montagnachmittag Alexis Pinturault. Der Franzose siegte im abschließenden Riesentorlauf in Hinterstoder und liegt nach seinem 250-Punkte-Beutezug in Oberösterreich 26 Punkte vor dem zuvor führenden Norweger Aleksander Aamodt Kilde. Und es könnte gut sein, dass es dabei bleibt - war doch ein vorzeitiges Weltcup-Ende angesichts der Verbreitung des Coronavirus auch nach diesem Rennen weiter nicht vom Tisch. Zwar wurde die Austragung der Abfahrt und des Super G am kommenden Wochenende in Kvitfjell von der FIS bestätigt, dafür aber die Entscheidung zu den Abschlussrennen in Kranska Gora und Cortina d’Ampezzo auf Freitag vertagt.

Pinturault muss das nicht weiter kümmern und darf zufrieden auf diesen bereits 250. Weltcup-Auftritt zurückblicken, bei dem er den Kroaten Filip Zubcic (+0,45 Sekunden) und den Gesamt-Dritten Norweger Henrik Kristoffersen (+0,72) auf die weiteren Plätze verwies. Der Führende sei immer der Favorit, hatte Pinturault am Vortag gemeint, allerdings da war er da noch Zweiter. Nun, nach seinen Siegen in der Kombination (inklusive Kristall) am Samstag und jetzt im Riesentorlauf blieb er dabei: "Jetzt bin ich der Favorit. Damit muss ich leben."

Das österreichische Team vermochte erneut kein Glanzlicht zu setzen. Manuel Feller (11. Platz), Roland Leitinger (18.) und Marco Schwarz (20.) nutzten im zweiten Durchgang bei sehr schwierigen Pistenverhältnissen immerhin ihre frühen Startnummern für einen kleinen Vorstoß. Das Stockerl, das das ÖSV-Riesentorlauf-Team zum neunten Mal in Folge verpasste, blieb aber in weiter Ferne. Nur zwei sechste Ränge (Alta Badia, Adelboden) bleiben als Top-Ergebnisse 2019/2020 stehen.

Pinturault hingegen setzte seine innige Beziehung zu Hinterstoder fort. Hier hatte er als 19-Jähriger 2011 erstmals Weltcuppunkte geholt, auch gewann er 2016 beide angesetzten Riesentorläufe.

Super-G-Start fraglich

Ob er die Gesamtführung bei den Speedrennen in Kvitfjell gegen den Hausherrn Kilde (Kristoffersen lässt aus) verteidigen wird, ist offen. Fix ist, dass der Franzose in jedem Fall in Norwegen im Super G an den Start gehen möchte, ein Antreten in der Abfahrt ließ er am Montag noch offen.