"Ladies first" heißt es wie immer beim Weltcup-Auftakt in Sölden. Der Damen-Riesentorlauf am Samstag (10/13 Uhr) ist das erste Weltcuprennen unter Corona-Bedingungen, also auch ohne Fans an der Piste. Sportlich geht die junge Neuseeländerin Alice Robinson als Vorjahressiegerin an den Start eines Rennens, in dem in Mikaela Shiffrin und der zurückgetretenen Viktoria Rebensburg zwei Riesentorlauf-Olympiasiegerinnen fehlen. Die ÖSV-Damen hoffen auf weitere Besserung.

Denn der Riesentorlauf ist nominell die aktuell nach wie vor schwächste Disziplin der Frauen von Christian Mitter, der in seinem zweiten Jahr als Rennsportleiter aber mit acht Läuferinnen in den Top 30 und zwei in den Top 15 eine bemerkenswerte Dichte vorweisen kann. Für den Damenchef sind gute Startnummern essenziell, da hapert es in seiner Truppe allerdings noch etwas.

"Wir sind noch nicht ganz dort. Ich erwarte aber, dass wir uns weiter nach vorne arbeiten", sagt Mitter. Das Stockerl ist zwar ein hohes Ziel für seine seit 32 Rennen im Riesentorlauf sieglosen Damen, "aber wir wollen in den zweiten Durchgang und dort unsere Chance nützen". Klar sei natürlich, "dass mit Startnummer 30 selbst eine Weltklasseleistung nicht zum Gewinnen genügen wird". Aber Katharina Liensberger etwa bewies im Vorjahr als Lienz-Dritte, dass zumindest Stockerlplätze möglich sind. Es war freilich nach Stephanie Brunners drittem Platz 2018 in Killington der erst zweite seit dem letzten Riesentorlauf-Sieg einer Österreicherin, für den seit März 2016 (Jasna) immer noch Eva-Maria Brem verantwortlich zeichnet.

In Sölden fehlte Liensberger vergangenes Jahr noch wegen ihres misslungenen Markenwechsels. In Bernadette Schild verletzte sich die Halbzeit-Beste, dafür überraschten Lokalmatadorin Franziska Gritsch (7.) und Ramona Siebenhofer (10.).

Schild und Brunner geben am Samstag ihre Comebacks. "Das Knie und mein Skifahren sind in Ordnung. Wenn ich Samstag zwei Mal runterfahren kann, ist für mich ein großer Schritt gesetzt", sagt Schild. Brunner ist nach drei Verletzungen in kürzester Zeit
vor ihrem ersten Weltcup-Rennen seit 21 Monaten nicht bang. "Ich bin bereit", versichert die Tirolerin. Angst vor einer neuerlichen Verletzung hat sie nach ihrem jüngsten Kreuzbandriss keine: "Wenn es reißt, dann reißt es."(apa/red)