Platz eins im Teamspringen, Platz drei durch Daniel Huber im Einzel, dazu zwei weitere Top-Ten-Plätze durch Philipp Aschenwald (8.) und Michael Hayböck (10.): Österreichs Skispringer durften nach dem Weltcup-Auftakt im polnischen Wisla zufrieden Bilanz ziehen. Wermutstropfen waren im Team von Neo-Coach Andreas Widhölzl freilich, dass es die anderen Athleten wie Stefan Kraft bei schwierigen Windbedingungen nicht in den Finaldurchgang schafften und Huber den beiden Deutschen Markus Eisenbichler und Karl Geiger den Vortritt lassen musste. Immerhin bleiben so noch genug Ziele für die weitere Saison, die schon am Wochenende in Kuusamo weitergeht und im Dezember mit der Skiflug-WM den ersten großen Höhepunkt bereithält.

Huber saß erstmals in seiner Karriere als Vorletzter auf dem Balken und gab zu, doch etwas nervös gewesen zu sein. Zuvor hatten sich Eisenbichler und Geiger an die Spitze gesetzt, und der Salzburger blieb etwas hinter deren Weiten zurück. "Es ist ein bisschen eine Unsicherheit mitgefahren", sagte Huber, der aber mit seinen Flügen des Wochenendes insgesamt sehr zufrieden war. "Ich habe mich stetig gesteigert, ich bin mega-happy. Das Podest ist nichts Alltägliches für mich, da wächst das Vertrauen." Halbzeit-Spitzenreiter Anze Lanisek fiel auf den sechsten Platz zurück.

Dass dem Flachgauer Huber die Schanze liegt, hatte er schon vor drei Jahren mit einem sechsten Platz, seinem damaligen Topresultat, bewiesen. Nun stellte er das bisher beste Resultat von Engelberg im Dezember 2018 ein.

 

Kraft ohne Glück

Aschenwald war mit dem Auftakt ebenfalls sehr zufrieden. "Ein Top-Ten-Platz war in diesem schwierigen Wettkampf nicht selbstverständlich, das macht ein gutes Gefühl", sagte der Zillertaler. Hayböck stellte seinen Aufwärtstrend nach schwierigen Jahren auch im Wettkampf unter Beweis. Ein zehnter Platz auch ohne optimale Sprünge zeuge von einer guten Basis, meinte der Oberösterreicher. "Das war mein zweitbestes Ergebnis bei einem Weltcup-Start", sagte der 29-Jährige und sprach von schwierigen Bedingungen. "Die Besten haben sich durchgesetzt, aber man hat ein Quäntchen Glück gebraucht."

Das Glück stand Weltcupsieger Kraft nicht zur Seite. Gute Bedingungen hätte er angesichts der noch nicht perfekten Form gebraucht, doch Seitenwind in der ersten Flugphase bremste den Salzburger. "Ich bin rausgesprungen, und da hat es mich gleich verdreht", erklärte Kraft. "Das ist schade für Stefan", meinte Widhölzl, "aber wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen. Der Weg stimmt." (art/apa)