Wenn sich am Freitagvormittag die ersten Athletinnen auf den Weg zur Ramsauer HS98-Schanze machen werden, wird dies als besonderer Moment in die Historie der Nordischen Kombination eingehen. Der Weltcup (Springen ab 9.30, 5-Kilometer-Langlauf ab 13.45 Uhr) ist nämlich der erste in der Frauen-Kombination, wobei der Heim-Aspekt als Goodie noch dazukommt. ÖSV-Cheftrainer Bernhard Aicher schickt vier junge Aktive in die Konkurrenz - die 17-jährigen Lisa Hirner und Anna-Lena Slamik, die 16-jährige Sigrun Kleinrath und die 21-jährige Claudia Purker.

Dass das Quartett seinen ersten Auftritt gleich in heimischen Gefilden haben würde, war so eigentlich gar nicht vorgesehen, waren doch Otepää und Lillehammer als Weltcup-Schauplätze gemeldet gewesen. Nachdem das Turnier in Estland Corona-bedingt abgesagt und der Termin in Norwegen vorerst verschoben wurde, kam die Ramsau zum Zug. Dabei sind die Chancen, dass in Lillehammer doch noch gestartet werden kann, intakt. Laut Aicher würde der nationale Skiverband und die FIS an einer Lösung bis Anfang Februar arbeiten. Das wäre noch rechtzeitig vor den am 23. Februar 2021 in Oberstdorf beginnenden Weltmeisterschaften, für die wiederum das WM-Debüt der Kombinierinnen vorgesehen ist.

Bisher war der Continentalcup das Höchste der Gefühle gewesen. Ermöglicht wurde die Damen-Premiere in Weltcup und WM dank einer bereits vor fünf Jahren gefassten Strategie. Der letzte offene Punkt sind die Olympischen Spiele, "das ist für 2026 in Italien vorgesehen", so Aicher. Der Steirer sieht überhaupt das allgemeine Niveau in der Sportart im Steigen begriffen. "Es steigt nicht jährlich, sondern eigentlich monatlich. Es kommen immer mehr Mädels dazu aus einzelnen Ländern. Das ist eine richtig coole Entwicklung."

Mit dabei ist sein junges Quartett, aus dem nur die ehemalige Spezial-Skispringerin Purker eine Quereinsteigerin ist. Die Salzburgerin war noch in der vergangenen Saison mit Chiara Hölzl und Co. im Weltcup dabei, danach erfolgte der Wechsel ins Kombinierer-Lager. "Es ist ganz etwas anderes, vieles neu. Aber ich bereue den Schritt keine Sekunde", sagte Purker. Sie möchte natürlich auf der Schanze vorlegen, um als eine der Ersten in den Langlauf zu gehen. "Auf der Loipe muss ich sowieso kämpfen. Die Anspannung ist ein bisschen da, aber es überwiegt die Freude."

ÖSV-Herren jagen Riiber

Vorfreude herrscht indessen auch bei den Herren, die rund drei Wochen nach dem Saison-Auftakt in Ruka ihre Saison am Wochenende in Ramsau fortsetzen. Weltcup-Gesamtleader Jarl-Magnus Riiber kommt als Favorit in die Steiermark, doch speziell in der Heimat wollen die Österreicher dem Norweger zusetzen. In Finnland hatte zuletzt Johannes Lamparter aufgezeigt und wurde einmal Zweiter, Vierter und Sechster. In der Ramsau mit dabei sind Lukas Greiderer, Franz-Josef Rehrl, Philipp Ortner und Lukas Klapfer, Bernhard Gruber erholt sich noch von einer Herz-Operation.(rel/apa)